Kommentar zum Streit im Kempener Stadtrat

Meinung : Politik auf Klees Rücken

Nach der gescheiterten Wiederwahl von Michael Klee tobt in Kempen ein politischer Grabenkampf, der ganz und gar nicht im Sinne des Dezernenten ist.

Jeder Satz der emotionalen Reaktion von Michael Klee ist vollkommen verständlich. Er hat zu Unrecht viel zu viel und teils persönliche Kritik abbekommen. Und er ist nicht wiedergewählt worden. Damit sollte es nach demokratischem Verständnis und im Sinne des Dezernenten gut sein. Aus politischem Kalkül war das Thema aber noch nicht erledigt. Zunächst trugen die Grünen mit dem überzogenen Rundumschlag von Monika-Schütz-Madré einen politischen Grabenkampf auf Klees Rücken aus. Dann folgte die angesichts des Vorwurfs der Charakterlosigkeit verständliche Reaktion von CDU, FDP, Linken und Jeyaratnam Caniceus. Und nun war es Bürgermeister Volker Rübo, der sich ebenso verständlich gegen die Madré’schen Zweifel an seiner Moral zur Wehr setzte. Allerdings hat Rübo damit auch ein Fass aufgemacht, in das am Montag – abgesehen von Linken-Chef Solecki – eigentlich keiner mehr hineinschauen wollte. Michael Klee am allerwenigsten. Nach der Ratssitzung waren sich übrigens zwei jugendliche Beobachterinnen des Abends einig, so etwas wie einen Kindergarten erlebt zu haben. Nun, so ganz Unrecht hatten sie nicht.