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Kommentar: Martinsfeuerwerk gehört zu Kempen

Meinung : Purer Aktionismus

Ein Verzicht auf das Feuerwerk beim Martinszug in Kempen darf kein Thema sein.

In Sachen Klimaschutz sind auf kommunaler Ebene viele Fragen zu klären. Kann die Stadt mehr Photovoltaik-Anlagen bauen? Gibt es die Chance, mehr begrünte Dächer zu realisieren? Wie kann man den Radverkehr stärken? Kann man das Gewerbegebiet an der Hülser Straße auch ohne die Fällung von mehreren Linden erschließen? Aber eine Frage gehört auf gar keinen Fall dazu: Sollen wir auf das Martins-Feuerwerk verzichten?

Diese Frage darf nicht ernsthaft diskutiert werden, weil auch im Zeitalter des Kampfes gegen den Klimawandel Traditionen erhalten bleiben müssen. St. Martin in Kempen – es gibt kein anderes Ereignis, das so identitätsstiftend für diese Stadt und seine Bewohner ist. Und zu diesem Kempener Feiertag gehört eben auch das Feuerwerk an der Burg. Die Kinder stehen mit ihren Fackeln rund um die Burg und schauen staunend in den Himmel. Und sie wissen, dass ihre Mütter und Väter sowie Omas und Opas das auch schon so gemacht haben.

Der Verzicht auf das zehnminütige Feuerwerk aus Gründen des Umweltschutzes wäre purer Aktionismus. Es wäre lediglich ein symbolischer Akt im Umgang mit dem Klimawandel. Ein Akt mit äußerst schwacher Symbolkraft. Menschen, die einen Verzicht des Martins-Feuerwerks fordern, sollten sich lieber auf die wesentlichen Aspekte des Klimaschutzes konzentrieren.

tobias.klingen@wz.de