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Kempen/Grefrath: Klosterkirche muss saniert werden

Kempen/Grefrath : Klosterkirche muss saniert werden

Das Gotteshaus der Abtei Mariendonk zwischen Kempen, Mülhausen und Vinkrath ist in die Jahre gekommen. Der Orden muss nun 460 000 Euro aufbringen, um die Kosten zu decken.

Kempen/Mülhausen. Für Radfahrer und Wanderer, die an der Abtei Mariendonk im Niederfeld zwischen Kempen, Mülhausen und Vinkrath vorbeikommen, ist es ein Ort der Einkehr und der Ruhe, weiß Anna-Dorothea Friedhoff. In der Klosterkirche kümmert sich die Vorsitzende des Fördervereins Pro Mariendonk nachmittags häufig um den Blumenschmuck und trifft dabei immer wieder auf Menschen, die den Ort genauso schätzen wie sie. Als sie die Kirche vor 15 Jahren zum ersten Mal sah, mochte sie gleich deren schlichte Schönheit. „Ich weiß, dass sie für viele Menschen ein Zufluchtsort ist“, sagt Friedhoff über die Kirche, die tagsüber stets geöffnet ist und so immer ein Anlaufpunkt ist.

Kempen/Grefrath: Klosterkirche muss saniert werden
Foto: Kurt Lübke/Friedhelm Reimann (Archiv)

Die Kirche im neugotischen Stil wurde im Jahr 1900 mit Gründung des Benediktinerinnen-Klosters erbaut. Doch mittlerweile ist in Mariendonk einiges in die Jahre gekommen. Daher haben sich die Schwestern um Äbtissin Christiana Reemts zu einer umfassenden Renovierung und Umgestaltung entschieden. Schmutzablagerungen und Stockflecken sind besonders in den Gewölben und an den Wänden gut zu sehen.

Das liege auch an der Heizung, wissen die Architekten Birgit und Gregor Dewey, die mit den Planungen für die Sanierung beauftragt sind. „Die Heizkörper sind nicht geeignet, um einen so großen Raum gleichmäßig zu beheizen“, erklärt Gregor Dewey. Das führe zu Feuchtigkeit und zu Schimmel. Daher wird nun der Betonboden aufgestemmt, um eine neue geeignete Heizung einbauen zu können.

Zudem erhält der Innenraum einen neuen Anstrich, Licht und Lautsprecher werden erneuert. Im rückwärtigen Teil der Kirche wird ein altes Eingangsportal reaktiviert — heller und freundlicher soll der Raum dadurch werden. Das Chorgestühl wird anders angeordnet und hat dann 42 Plätze — 16 davon für Gäste. Auch die Besucherkapelle wird umgestaltet.

Vor einem Jahr hat es bereits eine Umgestaltung der Kirche gegeben, da man beschlossen hatte, auch Gäste mit im Chorgestühl Gottesdienst feiern zu lassen. Vorher konnten sie nur in der Besucherkapelle Platz nehmen. „Wenn wir beten, sind wir eine Einheit“, erklärt Äbtissin Schwester Christiana die Veränderung.

Zwischen Mitte Mai und Oktober sollen die Arbeiten ausgeführt werden. Nun hoffen die Schwestern auf Unterstützung für ihr Renovierungsvorhaben. Die veranschlagte Summe von 460 000 Euro könne man „unmöglich allein aufbringen“. Vom Bistum Aachen erhofft sich die Abtei Unterstützung. Der Förderverein will ebenfalls einen Beitrag leisten. Doch weitere Spenden werden dringend benötigt. Auch Kempens Propst Thomas Eicker, zu dessen Pfarrgemeinde die Abtei gehört, wirbt um Spender für das Gotteshaus. Es sei ein ganz besonderer Ort und einer der größten Schätze der Gemeinde.

Es gebe viele Kirchen in Deutschland. Und viele stünden leer, gibt Äbtissin Christiana zu. Doch sie ist überzeugt, dass diese Kirche erhalten werden muss. „Ich glaube, dass Menschen Orte brauchen, an denen sie sich ganz auf Gott ausrichten können“, sagt die Ordensfrau. Und in ihrem Kloster seien immer wieder Menschen zu Gast, die einen Ort suchen, wo man still sein kann, nichts tun muss, einfach vor Gott sein darf und mitbeten kann.