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Klinik-Studie: Hospital zum Heiligen Geist will Defizite anpacken

Klinik-Studie: Hospital zum Heiligen Geist will Defizite anpacken

Bei einer Umfrage unter Patienten gab es schlechte Noten für Kempen. Nettetal schnitt hingegen gut ab.

Kempen/Lobberich. Eine Studie zur Patientenzufriedenheit der beiden Krankenkassen AOK und Barmer GEK hat auch die Krankenhäuser in Kempen und Lobberich unter die Lupe genommen (die WZ berichtete). Bei der „subjektiven Zufriedenheit“ der Patienten fallen die Ergebnisse für das Hospital zum Heiligen Geist und das Städtische Krankenhaus Nettetal unterschiedlich aus: Während die Klinik in Lobberich überdurchschnittlich gut abschneidet, ist die Bewertung für das Hospital negativ.

Sowohl bei der ärztlichen Versorgung als auch bei Pflege und Service liegt das Kempener Krankenhaus unter dem Bundes- und NRW-Durchschnitt (siehe Kasten). „Das sind keine herausragenden Ergebnisse für uns, so dass wir damit nicht zufrieden sein können“, sagt Leonie Böhringer, Sprecherin des Hospital-Betreibers Artemed. Der einzelnen Kritikpunkte sei sich die Leitung des Klinikverbundes mit Sitz in Tutzing bei München aber bewusst.

Die Resultate der Studie seien auch keine Überraschung gewesen. „Wir führen regelmäßig Zufriedenheitsmessungen durch, so dass die Defizite nicht erst dadurch aufgepoppt sind“, so Böhringer weiter. Insgesamt sei die Bewertung der Studie jedoch „schwierig“, da sie sich über fast zwei Jahre erstrecke — von November 2011 bis April 2013. „Zu Beginn der Erhebung im Jahr 2011 waren wir noch gar nicht in Kempen.“

Zur Erinnerung: Im Januar 2012 übernahm das bayerische Unternehmen das Kempener Hospital. Damals drohte dem Haus die Insolvenz. Dass diese Übergangsphase ein Grund für schlechtere Bewertungen durch Patienten ist, glaubt man bei Artemed aber nicht. „Der Übergang lief reibungslos. Die Patienten haben davon nicht viel mitbekommen“, erklärt Böhringer weiter. Die Probleme seien aber bekannt und sollen gelöst werden. „Wir arbeiten bereits an diesen Dingen.“ Zum Beispiel seien „umfassende Bau- und Renovierungsarbeiten im Gange“.

Bei der Barmer GEK besteht die Hoffnung, dass sich die Krankenhäuser nun verstärkt selbst überprüfen. „Das Interesse ist sicher groß, zu erfahren, warum Patienten vergleichsweise schlechte Bewertungen abgeben“, sagt Barmer-Sprecherin Ursula Bertels. Man wolle damit jedoch keine Empfehlungen für die Versicherten aussprechen — vielmehr sollen die Ergebnisse eine Richtlinie sein, die bei der Suche nach der richtigen Klinik hilft, so Ursula Bertels weiter.

Negative Folgen aus der Studie werden am Städtischen Krankenhaus in Nettetal nicht befürchtet. In allen vier Kriterien liegt das Haus mindestens drei Prozent über dem Bundesdurchschnitt. „Wir konnten uns in einigen Kategorien sogar noch steigern“, erklärt Sprecherin Petra Langenhagen.

Bei der Weiterempfehlung durch die Patienten habe man sich von 87 auf 89 Prozent steigern können. Eine Erklärung für die guten Noten liegt laut Langenhagen in der Konzentration auf Schwerpunkte. „Wir machen nicht überall neue Baustellen auf, sondern fokussieren uns auf spezielle Bereiche, wie zum Beispiel unser Darmzentrum“, erklärt die Sprecherin.

Im diesem seit 2010 zertifiziertem Zentrum lege man besonders Augenmerk auf die Kooperation mit anderen Bereichen, wie mit der ambulanten Chemotherapiepraxis im Haus. Langenhagen: „Dadurch werden unsere Patienten nicht von A nach B geschickt, sondern haben kurze Wege. Das ist bei schwerwiegenden Erkrankungen sehr wichtig.“