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Klima-Tag auf dem Wartsberg in Kempen-Tönisberg

Klima-Tag : Stadtwerke: 120 Interessierte auf dem Wartsberg

Besucher nutzten den ersten Klima-Tag, um sich über die Themen Energie und aktuelle Technik zu informieren.

„Wann verbrauche ich wie viel Strom? Das weiß eigentlich keiner. Dabei kann man in Sachen Verbrauch nur gegensteuern, wenn man weiß, was wann durchgeht“, sagt Christoph Kranen, blickt seine Zuhörer an und zeigt auf einen kleinen Bildschirm. Dort ist der Stromverbrauch abzulesen, den das Musterhaus der Stadtwerke Kempen auf dem Birkenweg 8 in Tönisberg gerade hat. 1,8 Kilowattstunden sind angegeben. 0,36 Kilowattstunden produziert die Photovoltaikanlage auf dem Dach aktuell. Das heißt, der Rest wird aus dem Netz der Stadtwerke gezogen.

Der Kempener Elektrotechnikmeister schaltet einen kleinen Heizlüfter ein. Mit einem Schlag steigt der Verbrauch auf 3,76 Kilowattstunden hoch. Dass solch ein kleines Gerät, das zudem nicht besonders effektiv arbeitet, einen solchen Anstieg auslöst, lässt die Besucher staunen. Und damit ist man auch schon mitten im Thema Energie sparen und was es bedeutet, wenn man ein Haus klug energetisch saniert.

Zum ersten Klima-Tag auf dem Wartsberg haben die Stadtwerke, die Stadt Kempen und die Hochschule Düsseldorf eingeladen. Dabei wird nicht nur das Musterhaus mit seinen vielen energetischen Maßnahmen als solches vorgestellt. Neben Führungen durch das Einfamilienhaus erwarten die Besucher Vorträge und Mitmach-Aktionen.

Fahrgefühl im E-Auto unterscheidet sich deutlich von Verbrennerauto

Vor der Tür haben die Stadtwerke eines ihrer Elektro-Fahrzeuge geparkt. Nicht nur Anschauen, sondern selbst damit Fahren ist angesagt. Wobei sich das Fahrgefühl deutlich von dem mit einem herkömmlichen Auto unterscheidet, denn schließlich geht es lautlos über die Straßen. Während Professor Mario Adam von der Hochschule über Klimawandel und Klimaschutz referiert, ist sein Kollege, Professor Reinhold Knoop, der Ansprechpartner in Sachen Ökologisches und Soziales. „Die Bürger müssen begreifen, dass sie mit dem Rückenwind der Unterstützung selber aktiv werden müssen“, betont Knoop.

Für manch erstauntes Gesicht sorgt das Angebot, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck unter die Lupe zu nehmen. 90 der 120 Besucher nehmen sich die Zeit, die Testfragen zu durchlaufen. Gerade einmal zehn kommen zu dem Ergebnis, dass sie aufgrund ihres Lebenswandels mit einer Erde auskommen würden. 60 benötigen die Erde gleich dreimal. 20 kommen mit zwei Erden aus und weitere zehn bräuchten sogar vier Erden.

Einmal ein Brennstoffzellenauto selber bauen, Versuche mit Luft erleben oder eine Wetterstation mit Zapfen herstellen – für jedes Alter ist etwas Interessanten dabei.

Stadtwerkechef Siegfried Ferling zeigt sich zufrieden mit dem ersten Klima-Tag. „Die Besucherzahl war mit 120 Gästen gut, wobei alle wirklich interessiert waren. Es kam zu vielen individuellen Gesprächen und ich denke, wir konnten den ein oder anderen in Sachen energetische Sanierung gewinnen“, sagt er.