Kleinbylen gibt dem Karneval ein Gesicht

Kleinbylen gibt dem Karneval ein Gesicht

Beim organisierten Frohsinn war der Ex-Bauamtsleiter selbst lange aktiv. Jetzt hat er eine Dokumenten-Sammlung fertiggestellt.

Grefrath. „Damit hat alles angefangen“, sagt Kurt Kleinbylen und deutet auf eine DVD, die vor ihm auf dem Tisch liegt. „Damals habe ich eine Videoaufzeichnung, die Manfred Fernbach von der Jubiläumssitzung zum fünfjährigen Bestehen des Grefrather Karnevals-Komitees (GKK) im Februar 1984 gemacht hat, auf DVD konvertiert“, erzählt der inzwischen 90-Jährige. Das war im Jahr 2004.

Vollblutkarnevalisten wie Jupp Nilges (GKK) schauten sich den Film an, schwelgten in Erinnerungen — und holten weitere bislang unveröffentlichte Dokumente des Grefrather Brauchtums hervor. Hannes Floeth hatte beispielsweise viele Informationen zum Vinkrather Kinderkarneval gesammelt.

„Da kam der Wunsch nach Erhaltung all dieser Dokumente auf“, blickt Kleinbylen zurück. Also sammelte er weiter, stellte zusammen, sortierte und staunte: „Bislang sind auf diese Weise mehr als 500 Fotos und drei Filme zusammengekommen.“

Die Liebe für den Karneval des gebürtigen St. Tönisers erwachte schon früh. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft traf Kleinbylen seinen alten Schulkameraden Willi Geraedts wieder, durch den er zum Elferrat kam. In Grefrath wurde er 1976 zum Vorsitzenden des Tennisklubs Rot-Weiss gewählt. In dieser Funktion belebte er zusammen mit einigen anderen Brauchtums-Fans den Karneval in der Gemeinde neu. So kam er auch zum GKK, dessen Sitzungspräsident er von 1980 bis 1986 war.

Das technische Können rund um den Computer eignete sich der langjährige Chef des Grefrather Bauamtes in der PC-Gruppe des Vereins „Älter werden in der Gemeinde“ an. Sein Bemühen um das Brauchtum ist für Kleinbylen „ein Beitrag zur Heimatkunde“. Dazu gehören mittlerweile 15 DVDs mit Videoaufnahmen und Fotos sowie das knapp 100-seitige Heft „Karneval in Grefrath und Vinkrath. Eine Dokumentation über das karnevalistische Brauchtum zwischen 1934 und 2010“ mit Namenslisten und zahlreichen weiteren Daten und Fakten.

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