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Kita-Plätze:Kempen weiter mit Notgruppe

Kempen : Alle angemeldeten Kinder sind in einer Betreuung untergebracht

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August sind alle angemeldeten Kinder in einer Betreuung untergebracht. Einige Eltern haben auf einen Platz für ihr Kind verzichtet. Die Notgruppe im Campus läuft weiter.

(rei) Die Planungen des Jugendamtes sind, zumindest was die Unterbringung der 1153 Kinder, die in 17 Kindertagesstätten in der Stadt Kempen im neuen Kita-Jahr betreut werden, abgeschlossen. Weitere 150 Kinder haben einen Platz in einer Kindertagespflege. Bei der Stadt wartet man nun auf die Ausführungsbestimmungen des Landes für den Regelbetrieb in den Kitas. NRW-Familienminister Joachim Stamp hat die Wiederaufnahme des Normalbetriebs ab 17. August angekündigt.

Nach Abschluss des Anmeldeverfahrens fürs neue Kita-Jahr 2020/2021 Anfang Februar fehlten noch für rund 60 Kinder Betreuungsplätze in einem Kindergarten oder in der Kindertagespflege. Am Ende reicht es nach Auskunft der Stadt nun doch. Das liegt auch daran, dass es etliche Doppelanmeldungen von Eltern für mehrere Kitas gab und zudem Eltern ihre Anmeldung zurückgezogen haben.

Sondergenehmigung für Notgruppe verlängert

Eine Versorgung der Kinder erfolgt nun indes durch Überbelegungen in fünf städtischen Kitas und vier Einrichtungen von freien Trägern mit insgesamt 25 Kindern. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat zudem die befristete Sondergenehmigung für die Kita-Notgruppe im „Haus für Familien – Campus“ am Spülwall in Kempen für ein weiteres Kita-Jahr verlängert. Hier können 22 Kinder betreut werden. Die „Sonnenscheingruppe“ ist organisatorisch an die Kita „Hoppetosse“ an der Von-Bodelschwingh-Straße angedockt. Von dort kommt auch das Personal. In der Notgruppe können allerdings nur Kinder, die älter als drei Jahre sind, betreut werden, da es im Campus keine Ruheräume für kleinere Kinder gibt. Voraussetzung für die Verlängerung der Sondergenehmigung war und ist, dass die Stadt Kempen nachweisen kann, dass sie nun konkret einen Kita-Neubau plant. Wie berichtet, laufen die Planungen für eine neue Kindertagesstätte auf einer Grünfläche neben dem Feuerwehrgerätehaus an der Bendenstraße in St. Hubert. Dort soll ein zweigeschossiger, barrierefreier Neubau mit sechs Kita-Gruppen entstehen. Die Stadt hatte sich im vergangenen Jahr Referenzobjekte in Leverkusen und Gelsenkirchen angesehen und sich schließlich für das „Gelsenkirchener Modell“ entschieden. Die Architektenpläne des Referenzobjektes (Baujahr 2014) werden derzeit auf das örtliche Areal an der Bendenstraße angepasst.

Wenn alles glatt läuft, wovon das Hochbauamt ausgeht, könnte Anfang 2021 mit dem Bau begonnen werden. Die neue Kindertagesstätte soll dann Ende 2021 fertig sein. Einziehen sollen dann dort die drei Gruppen der benachbarten Kita „Bärenstark“. Deren Gebäudekomplex ist marode und soll später abgerissen werden. Die übrigen drei Gruppen sollen dazu beitragen, den Bedarf an Kita-Plätzen in Kempen zu decken.

Außerdem soll eine weitere neue Kita – ebenfalls nach dem „Gelsenkirchener Modell“ – neben den beiden geplanten neuen Altenheimen am Schmeddersweg gebaut werden. Als Option hält sich die Stadt offen, eine dritte neue Kita auf dem Grundstück der dann abgerissenen Kita „Bärenstark“ an der Bendenstraße zu bauen. Festlegen will man sich da aber heute noch nicht und die weitere Entwicklung bei der Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Kitas abwarten. Speziell in St. Hubert wird die zunehmen, dort entsteht bekanntlich das Neubaugebiet „Auf dem Zanger“, und auch an der Orbroicher Straße und am Ortsrand im Bereich der Bellstraße könnte es neue Wohngebiete geben. 150 Kinder werden im neuen Kita-Jahr von Tagespflegepersonen betreut. Dazu hatte die Stadt 2019 auch eine Großtagespflegeeinrichtung in der ehemaligen Johannes-Hubertus-Schule in St. Hubert eröffnet. Hier werden vor allem Kinder unter drei Jahren betreut.