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Kita "Mullewapp": Stadt Kempen hat keine Kenntnis von Kündigungen

Kita „Mullewapp“ : Stadt hat keine Kenntnis von Kündigungen

Gespräche in Sachen Kita „Mullewapp“ im Zuge der Ermittlungen rund um eine 25-jährige Erzieherin.

Elternvertreter der Kita „Mullewapp“ haben sich am Mittwoch mit den Verantwortlichen der Stadt Kempen getroffen. Wie berichtet, fühlen sich die Eltern im Zuge der Ermittlungen rund um eine 25-jährige Erzieherin allein gelassen. In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses hatten sich Mütter darüber beschwert, dass es keine ausreichenden Begleit- und Beratungsangebote seitens der Stadt gebe.

Die Erzieherin, die im Verdacht steht in einer Viersener Kita ein dreijähriges Mädchen ermordet zu haben, war von Sommer 2018 bis Sommer 2019 in Kempen tätig. In diesem Zeitraum ist es nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft dazugekommen, dass ein Junge viermal mit Atembeschwerden ins Krankenhaus gebracht werden musste. Dem toten Mädchen aus Viersen waren mutmaßlich ähnliche Verletzungen zugefügt worden.

Bereits im Vorfeld des Gesprächstermins mit den Eltern hatte die WZ am Montag eine Anfrage zu mehreren Themen bei der Stadt Kempen gestellt. Am Dienstagnachmittag wurden sie dann durch Stadtsprecher Christoph Dellmans beantwortet. Zum einen hatten Eltern gegenüber der WZ geäußert, dass die betreffende Erzieherin bereits während ihrer Dienstzeit in Kempen intern in eine andere Kita-Gruppe versetzt worden sei. Zu den Hintergründen ist den Eltern nach eigenen Angaben bis heute nichts bekannt. Bei dieser Personalentscheidung habe es auch keine besonderen Hintergründe gegeben, so Dellmans. „Es handelte sich um rein organisatorische Gründe.“

Ferner sind einige „Mullewapp“-Eltern derzeit in Sorge, dass Erzieherinnen und Erzieher wegen der aktuellen Situation gekündigt haben beziehungsweise kündigen werden. „Der Stadt Kempen ist aktuell nichts zu Kündigungen im Bereich der Erzieherinnen und Erzieher bekannt“, heißt es dazu aus der Pressestelle des Rathauses.

Zum Verlauf des Gesprächs zwischen Eltern und Stadt hat die WZ am Mittwoch eine Anfrage gestellt. Sobald Antworten vorliegen, wird die Redaktion berichten.

Im Zuge der Ermittlungen schauen sich Polizei und Staatsanwaltschaft weiterhin die Dienstzeit der Erzieherin in Krefeld und Kempen an. Vor ihrer Zeit in Kempen hatte sie ihr Anerkennungsjahr bei der Stadt Krefeld gemacht. Die Ermittlungen in Viersen, wo der Frau „heimtückischer Mord“ vorgeworfen wird, und St. Tönis, wo es um den Vorwurf der „Misshandlung von Schutzbefohlenen in Tateinheit mit Körperverletzung“ geht, sind abgeschlossen. Die Beschuldigte hat sich bislang nicht geäußert.