Kickboxen und Schminken: Mädchen-Aktionstag in der "Schule an der Dorenburg"

Kickboxen und Schminken: Mädchen-Aktionstag in der "Schule an der Dorenburg"

Kreativität, Bewegung und Gesundheit: Viel geboten wurde den Zehn- bis 15-Jährigen in der „Schule an der Dorenburg“.

Grefrath. „Unter uns“ — so lautete das Motto des siebten Mädchen-Aktionstages in der „Schule an der Dorenburg“. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gleichstellungs-Beauftragen Annemarie Quick in Zusammenarbeit mit der kommunalen Mobilen Jugendarbeit und der Schule. Rund 70 Mädchen im Alter von zehn bis 15 Jahren beteiligten sich an den zahlreichen Workshops, bei denen nicht nur Kreativität, sondern auch Gesundheit und Bewegung auf dem Programm standen.

Beim Nassfilzen zeigte Nicole Hansen, wie aus Filzwolle Kugeln hergestellt werden. „Sie können später zu Ketten oder Schlüsselanhängern weiterverarbeitet werden“, erklärt die Erzieherin. Am Tisch nebenan gab es Schminktipps und individuelles Nageldesign in verschiedenen Farben. „Damit wollen wir möglichst viele Mädchen ansprechen“, sagt Astrid Conen, Lehrerin an der „Schule an der Dorenburg“.

Die Mädchen sollten jedoch nicht nur beim Schminken und Basteln kreativ werden: In der Cafeteria ging es um gesunde Ernährung. Unter der Devise „Das Auge isst mit“ gab es bunte „fruit sticks“ und leckere „Käse-Igel“.

Im Fokus des Aktionstages stand auch der Zusammenhalt. „Es ist ganz wichtig, dass die Mädchen auch mal unter sich sind“, so Barbara Bruckhoff, Lehrerin und Ansprechpartnerin für Gleichstellung an der Schule. „Dadurch gibt es keinen Konkurrenzkampf untereinander. Die Mädchen arbeiten zusammen und es entsteht eine ganz andere Atmosphäre.“

Dies zeigte sich beim „WenDo“ in der Turnhalle. Dabei konnten die Mädchen „ganz unter sich“ feststellen, ab wann eine Situation komisch oder unangenehm wird. In Form von Rollenspielen wurden Belästigungen und andere brenzlige Momente nachgestellt. Wichtig dabei: Jeder darf nein sagen und alles, was gesagt wird, bleibt in diesem Raum.

Auch beim Kickboxen konnten die Mädchen sich selbst behaupten und Stärke zeigen. Nach dem Aufwärmen waren Eileen (11) und Lea (12) besonders gespannt auf das Training. „Darauf hab ich mich besonders gefreut“, sagt Eileen. Jennifer Voßler und Chris Nitschke vom „Fit & Fight Sports Club“ heizten den „Mädels“ ordentlich ein.

„Sie sollen richtig ins Schwitzen kommen und vor allem Dampf ablassen“, sagt Jennifer Voßler. Dazu zeigten die Trainer einen sicheren Stand und erste Schlagkombinationen. Wer dabei aus der Puste geriet, konnte an der Saftbar neue Kraft tanken oder sich am Buffet bedienen.

Innerhalb eines Erste-Hilfe-Kurses schminkten drei Sanitäter vom Jugendrotkreuz Grefrath (JRK) täuschend echt aussehende Wunden und erklärten anschließend, wie solche im Notfall zu behandeln sind.

Um Vorbeugung ging es auch beim Workshop „Sicheres Chatten im Internet“. „Die Mädchen sollen vor allem für die Gefahren sensibilisiert werden, die im Internet lauern“, erklärt Vera Korb-Ciesla, schulbezogene Jugendsozialarbeiterin vom katholischen Verband „In Via“. „Sie sollen wissen, dass sie sich niemals allein mit Fremden treffen und aufpassen sollen, welche Daten sie im Netz preisgeben.“

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