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Kendel-Geflüster: Status quo für den St. Huberter Markt

Kendel-Geflüster : Status quo für den St. Huberter Markt

Die Mehrheit der Politik will vorerst keine Änderungen für die Mitte des Kendeldorfes. Außerdem geht es im Geflüster um personelle Neuerungen beim Martinskomitee.

Am Montag um kurz vor 22.30 Uhr sah es für kurze Zeit so aus, als wären mehrere St. Huberter völlig umsonst ins Kempener Rathaus gekommen. Wegen der Überlänge des Ausschusses für Umwelt, Planung und Klimaschutz (UPK) zogen Teile der Fraktionen in Erwägung, den Punkt 21 „Neugestaltung Markt St. Hubert“ nicht mehr beraten zu wollen. Aber wegen des großen Interesses hängten die Beteiligten noch ein paar Minuten dran. Die Verwaltung hatte in der Vorlage signalisiert, den Bürgerantrag von Hubert Peuker unterstützen so wollen. „Es ist an der Zeit, etwas zu verändern“, so Planungsamtsleiter Heinz-Peter Cox. Neben einer „autoärmeren“ Gestaltung mit weniger Parkplätzen wolle man sich mal an einer größere Planung zum Markt versuchen. „Neben dieser zentralen Fläche wollen wir uns auch grundsätzlich mit der Struktur der Straßen in St. Hubert befassen“, so Cox. Weder zeitlich noch inhaltlich wolle man sich da irgendwelche Fesseln anlegen. Cox: „Es geht um Ideen.“

„Händler brauchen Parkplätze“

Was zunächst gar nicht so abwegig klingt, hat aber derzeit keine politische Mehrheit. Nach Gesprächen mit den Gewerbetreibenden im Ort wolle man die Parkflächen nicht reduzieren, so Stefanie Beyss (CDU). Die Geschäftsleute seien auf die Parkplätze angewiesen. Daher wolle die CDU das Thema derzeit nicht anpacken und schlug stattdessen kleinere kosmetische Veränderungen vor. Die alten Waschbeton-Hochbeete sollten durch modernere Kübel ersetzt werden. Auch FDP und Freie Wähler Kempen (FWK) stehen an der Seite der Gewerbetreibenden, die im Rahmen der Einwohnerfragestunde gegen Veränderungen wetterten. „Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit“, so Udo Kadagies (FWK). „Bei dem Berg an Aufgaben hat die Verwaltung aus unserer Sicht andere Prioritäten zu setzen“, sagte Cedric Franzes (FDP).

SPD und Grüne fürs Planen

SPD und Grüne standen indes an der Seite der Verwaltung. „Es wird Zeit, den Platz zu verändern und den Verkehr im Ortskern zu beruhigen“, so Lutz Strothmann. Wen die Verwaltung bei dem Thema alle – auch die Händler – einbezieht, solle sie doch mal an die Planung gehen. „Es ist doch nur eine Handlungsempfehlung für die Verwaltung, die wir hier beschließen“, sagte Michael Rumphorst (Grüne). Wenn Planungsamtsleiter Cox signalisiere, die Kapazitäten für das Thema zu haben, könne man ihm das glauben. „Und Herr Cox ist erfahren genug, sich auf dieses verminte Feld in St. Hubert zu begeben“, sagte Rumphorst mit Blick auf die vielen unterschiedlichen Interessen im Kendeldorf. Die Argumente von Rot-Grün halfen aber nichts mehr. Mit den Stimmen von CDU, FDP und Freien Wählern wurde der Antrag um zirka 22.50 Uhr abgelehnt.

Werbering ist zufrieden

Und so musste Hubert Peuker erneut hinnehmen, dass sein Antrag keine ausreichende Mehrheit gefunden hat. Denn bereits 2012 hatte er einen ähnlichen Antrag gestellt. Auch damals hatte er die Verwaltung an seiner Seite. Auch damals stimmte die Politik mehrheitlich dagegen. Die anwesenden Werbering-Vertreter waren am Montagabend zufrieden. Sie haben weiterhin ihren Status quo. Vorerst. Denn mit Blick auf ein verkehrstechnisches Umdenken, das sicher auch nicht an St. Hubert vorbeigehen wird, dürften die nächsten Anträge folgen.

Neues vom Martinskomitee

Der Tod des früheren Karnevalsprinzen Rainer Pasch war nicht nur für die Kempener Karnevalisten ein Schock. Auch das St. Huberter Martinskomitee wurde davon tief getroffen. Schließlich war Pasch über viele Jahre Vorsitzender des Komitees. Nun hat der Verein sich an der Spitze neu aufgestellt. Bei der Mitgliederversammlung wurde Johannes Dicks zum neuen Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls neu ist Schriftführer Gregor Kleining. Im Amt bestätigt wurde Kassierer Theo Balters. Fest steht unterdessen natürlich auch schon, wer in diesem Jahr als St. Martin den Zug anführen wird. Dies wird in St. Hubert traditionell bereits im Rahmen des jeweiligen Festes für das folgende Jahr geregelt. Und im vergangenen Jahr durfte Jörg Friedenberg ein Schnäpschen ausgeben, um sich für das Amt ins Spiel zu bringen. Friedenberg erlangte jüngst aus beruflichen Gründen eine größere Presse-Berichterstattung. Der St. Huberter fungiert seit Kurzem als Fachbereichsleiter für Bauen, Stadtplanung, Tiefbau und Friedhof bei der Stadt Tönisvorst. Beim Zug am 9. November wird Friedenberg von den Herolden Norbert Pöll und Lars Weegen begleitet.

Die Sammlung läuft

Neben den Personalien ging es bei der Martins-Versammlung um weitere organisatorische Abläufe. So sind bereits die Sammler von Haus zu Haus unterwegs, damit die Kinder wieder eine volle Martinstüte bekommen. „Jeder Cent aus der Spendensammlung fließt in die Finanzierung des Zuges“, so Johannes Dicks. Die Karten für die Martinstüten werden von den Spendensammlern ausgegeben. In St. Hubert hat jedes Kind vom 2. bis 15. Lebensjahr Anspruch auf eine Tüte. Der Zug beginnt am 9. November um 17.15 Uhr. Das Komitee bittet die St. Huberter, ihre Häuser festlich zu schmücken - insbesondere entlang des Zugwegs: Grundschule, Hohenzollernplatz, Hauptstraße, Aldekerker Straße, Antoniusstraße, Hubertusstraße, Hunsbrückstraße, Erkesweg, Am Kendel, Kita Bärenstark (Bendenstraße), Banhstraße, Königsstraße, Erlengrund, Zur Kaplanei, Seidenstraße, Hahnendyk, Unterweidener Weg, Hülser Landstraße, Hohenzollernplatz. Dort ist die Mantelteilung geplant. Und nach dem Weg haben sich die Kinder die Tüte aber wirklich verdient. Weitere Infos:

martinskomitee.de