Kempens Kämmerer steht vor dem Absprung

Kempens Kämmerer steht vor dem Absprung

Hans-Josef Aengenendt will Bürgermeister von Wachtendonk werden. Vorstand der CDU will ihn dort nominieren.

Kempen/Wachtendonk. Bürgermeister Volker Rübo (CDU) muss sich möglicherweise einen neuen Kämmerer suchen. Amtsinhaber Hans-Josef Aengenendt (CDU) möchte Bürgermeister von Wachtendonk werden. Der Vorstand der Christdemokraten in der Nachbargemeinde wird den Mitgliedern vorschlagen, Aengenendt als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 13. September ins Rennen zu schicken.

Nach Angaben der CDU gab es in Wachtendonk eine Findungskommission, um einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge von Udo Rosenkranz zu finden. Dieser geht in den Ruhestand. Aus mehreren Kandidaten wählte die Kommission schließlich Aengenendt aus. Der Vorstand der Partei schloss sich einstimmig diesem Votum an. „Die CDU Wachtendonk glaubt, mit Hans-Josef Aengenendt einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge des Bürgermeisters gefunden zu haben“, heißt es auf der Homepage der Partei.

„Die Wachtendonker CDU ist vor einigen Monaten auf mich zugekommen“, sagte der Kempener Kämmerer gestern im Gespräch mit der WZ. Nachdem er sich dort vorgestellt hatte, habe er vor einigen Tagen die Mitteilung bekommen, dass er auserkoren ist. „Das freut mich. Die Aufgabe als Bürgermeister reizt mich“, so der 53-Jährige, der in Straelen-Herongen wohnt und dort bis Mai 2014 für die CDU im Stadtrat saß.

„Ich habe aber bis heute enge Verbindungen nach Wachtendonk“, so Aengenendt, dessen Elternhaus in Wankum steht. „Dort habe ich 37 Jahre gewohnt“, sagt der Vater von zwei erwachsenen Töchtern, der immer noch in Wachtendonker Vereinen aktiv ist.

Ob der Diplom-Verwaltungswirt wirklich für die CDU ins Rennen geht, entscheiden die Mitglieder bei einer Versammlung am 2. März. Einen Gegenkandidaten gibt es nach Angaben von Aengenendt bislang nicht. „Die Mitglieder müssen entscheiden. Wir werden sehen, was passiert“, sagte er gestern.

Sollte Aengenendt CDU-Kandidat werden, dürften seine Chancen nicht schlecht stehen. Amtsinhaber Rosenkranz (CDU) wurde 2009 mit 73,6 Prozent der Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat der SPD holte 26,4 Prozent. Aber: Die CDU hat im Gemeinderat nicht die absolute Mehrheit. Im Mai 2014 holte die Partei 42,3 Prozent. Damals überraschte die Wachtendonker Wählergemeinschaft (WWG) mit 20,7 Prozent. Die weiteren Parteien: Grüne 13, SPD 12,8, Wachtendonker Bürgerverein 8,5 und FDP 3,3 Prozent. Sollten sich die anderen Fraktionen also auf einen Gegenkandidaten einigen, könnte es spannend werden. Dies ist bislang aber völlig offen.

Bis der Wähler in der Nachbarkommune Tatsachen geschaffen hat, will Aengenendt seinen Job in Kempen weiter mit „Leib und Seele“ ausführen. „Selbstverständlich, wir stehen ja derzeit auch vor großen Aufgaben“, so der Kämmerer mit Blick auf die Aufstellung des Haushaltes, der am 19. Februar eingebracht werden soll. Wie geplant, werde er in den nächsten Wochen und Monaten die Klausurtagungen mit den einzelnen Kempener Fraktionen wahrnehmen.

Auch Bürgermeister Rübo sieht aktuell keine Probleme in der Zusammenarbeit mit „seinem“ Kämmerer. „Wir stecken mitten in den Gesprächen zum Haushalt 2015. Da wird Herr Aengenendt seine Aufgabe weiter gut ausfüllen“, sagte Rübo gestern zur WZ. Der Kämmerer habe den Bürgermeister beim Thema Wachtendonk auf dem Laufenden gehalten. „Jetzt müssen wir sehen, was in Wachtendonk passiert“, so Rübo. „Sollte Herr Aengenendt uns verlassen, würde er bei uns eine große Lücke hinterlassen.“