Kempens Hauptamtsleiter geht in den Ruhestand

Kempener Altstadt-Geflüster : Auf Wiedersehen, Herr Müller!

38 Jahre lang hat Roland Müller für die Stadt Kempen gearbeitet. Zuletzt als Leiter des Haupt- und Personalamtes. Kurz vor seinem Abschied in die Rente telefonierte er mit dem Altstadt-Flüsterer.

1981 hieß der Bundeskanzler Helmut Schmidt und US-Präsident war ein gewisser Ronald Reagan. Jetzt fragen Sie sich sicher, warum der Flüsterer sich ausgerechnet mit diesem Jahr beschäftigt: Ganz einfach: Am 1. Mai 1981 trat Roland Müller seinen Dienst bei der Stadt Kempen an. Und 38 Jahre später – zu Zeiten von Angela Merkel und Donald Trump – geht der Amtsleiter nun in den Ruhestand. Genauer gesagt hatte Müller am Donnerstag seinen letzten Arbeitstag. Und eine seiner letzten Amtshandlungen war ein Telefonat mit dem Flüsterer. „Nach einer so langen Zeit kann ich sagen, dass das meiste in Kempen positiv war. Es war eine tolle Zeit“, sagt der 64-Jährige. Begonnen hat für Müller in Kempen alles mit dem Aufbau des damals neuen Jugendamtes. „Daran habe ich zwei Jahre mitgewirkt“, erinnert sich der Beamte aus Hückelhoven. 1983 wurde Müller dann Leiter des Sozialamtes und führte dieses bis 1988. „Und dann war ich auch mal ein Jahr lang Leiter des Rechnungsprüfungsamtes“, so Müller. Weil sein Nachfolger im Sozialamt dann erkrankte, sei er 1989 vorübergehend wieder zurück ins Sozialamt gewechselt. Und diese vorübergehende Phase hat dann etwas länger gedauert – bis 2005, erinnert sich Müller lächelnd. Dann folgte noch einmal eine neue Herausforderung: Müller wurde Leiter des Haupt- und Personalamtes und führte es bis zum vergangenen Donnerstag.

Hilfe für Balkan-Flüchtlinge

Sein letzter Job im Rathaus sei auch der vielseitigste gewesen, findet Roland Müller. „Ich hatte sowohl mich technischen als auch mit personellen Themen zu tun. Das hat mir Freude bereitet.“ Die größte Herausforderung in seiner Karriere sei aber sicher die Flüchtlingswelle Anfang der 90er Jahre gewesen. Damals strömten die Menschen wegen der aufeinanderfolgenden Balkan-Kriege nach Deutschland – und eben auch nach Kempen. „Das war eine sehr große Aufgabe, diesen Menschen zu helfen“, so Müller, der während dieser Krise Chef des Sozialamtes war. Unter anderem habe die Stadt damals die Turnhalle an der Wachtendonker Straße zu einer Unterkunft umfunktionieren müssen. „Bewegte Zeiten“ seien das gewesen, so Müller.

Müller zählte und zählte

Im Zusammenspiel zwischen Politik und Verwaltung hat Müller in den vergangenen Jahren in der Ratssitzung immer eine wichtige Rolle gehabt. Als Hauptamtsleiter war er für das Zählen bei den Abstimmungen verantwortlich. Egal ob beim üblichen Zählen der gehobenen Hände oder spontan beschlossenen Geheimwahlen – auf Roland Müller war immer Verlass. Er selbst kann sich jedenfalls nicht an irgendwelche Diskussionen erinnern. „Nur als es um das neue Pflaster für die Judenstraße ging, gab es mal ein paar Unstimmigkeiten“, so Müller. Diese hätten aber schnell ausgeräumt werden können. Ganz verschwunden ist Müller übrigens noch nicht aus dem Kempener Rathaus. Es gebe noch ein paar Abstimmungstermine mit seiner Nachfolgerin Sabrina Schröder. Und dann gibt es noch ein gemeinsames Treffen mit den anderen Haupt- und Personalamtsleitern aus dem Kreis Viersen. „Wir tauschen uns seit einigen Jahren aus und unterstützen uns gegenseitig. Nun ist das nächste Treffen im Februar in Kempen – und das ist dann mein Abschied aus dieser Runde“, sagt Müller.

Sitz im Stadtrat von Hückelhoven

Die schöne Stadt Kempen wird Roland Müller sicher noch einige Male besuchen. Privat lebt er mit seiner Frau in Hückelhoven. Sie kümmern sich um vier erwachsene Kinder und inzwischen drei Enkel. In Kürze steht auch eine Reise an. Und dann will Müller sein politisches Engagement nach eigenen Angaben etwas verstärken. Seit 2014 sitzt er für die CDU im Stadtrat von Hückelhoven. „Jetzt habe ich sicher etwas mehr Zeit, um dort mehr zu machen“, sagt der Familienvater. Dabei wünscht der Flüsterer viel Erfolg: Alles Gute für die Zukunft, Herr Müller!

Super Bowl in der Altstadt

Jetzt wird’s sportlich. In der Nacht zum Montag wird der 53. Super Bowl, das Finale der NFL (National Football League), zwischen den Los Angeles Rams und den New England Patriots ausgetragen. Die Teams spielen in Atlanta (Georgia). Kickoff ist um 18.30 Uhr Ortszeit. Hierzulande ist es dann 0.30 Uhr was bedeutet, dass die deutschen Fans sich auf eine lange Nacht einstellen sollten. Und von diesen Fans gibt es in Deutschland immer mehr. Da verwundert es nicht, dass das Spiel auch in Kneipen in Kempen und Grefrath übertragen wird. In Grefrath kann man den Super Bowl samt aller Vorberichte, ab 20.15 Uhr, in der Gaststätte „Zum Fürsten Blücher“ (Markt 1) gucken. Das gleiche Angebot können die Kempener im „Falko“ am Buttermarkt wahrnehmen. Dort wird direkt von der Fußball-Bundesliga auf die Vorberichte inklusive den kompletten  Super Bowl umgeschaltet.