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Kempenerin nach Überfall im eigenen Haus leicht verletzt

Kempen : Kreuzkapelle: Frau im eigenen Haus von drei Männern überfallen

Ein als Paketbote verkleideter Mann und zwei Komplizen überfielen eine Frau an der Straße „Alter Prozessionsweg“.

Einen spektakulären Überfall gab es am Mittwochvormittag im Neubaugebiet „An der Kreuzkapelle“. Wie die Polizei mitteilte, ist eine Frau in einem Einfamilienhaus an der Straße „Alter Prozessionsweg“ gegen 10 Uhr überfallen worden. Dabei verschaffte sich ein als Paketbote getarnter Räuber Zugang zum Haus.

Nach bisheriger Kenntnis der Polizei schellte es an der Haustür. Die Bewohnerin öffnete die Tür und sah sich dem angeblichen Paketboten gegenüber. „Der Mann stellte ein Paket im Hausflur ab und warf die Frau direkt an der Tür zu Boden. Während des Gerangels betraten zwei weitere vermummte Gestalten, vermutlich Männer, das Haus“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei des Kreises Viersen.

Danach forderten die Täter die junge Frau auf, den Safe zu öffnen. Aus diesem entnahm das Trio mehrere Wertsachen – unter anderem Schmuck. Ebenso forderten die drei Männer weiteres Bargeld von der Frau, das sie ihnen aushändigte. Daraufhin zerrten die Männer ihr Opfer in den Keller des Hauses und schlossen es dort ein.

„Durch lautes Rufen gelang es der Frau, nach etwa 15 Minuten Nachbarn auf ihre Situation aufmerksam zu machen“, so die Polizei. Die Nachbarn konnten die leicht verletzte Kempenerin befreien und alarmierten anschließend die Polizei. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb bislang erfolglos.

Solch einen Überfall hat die Polizei bislang äußerst selten registriert, wie Sprecherin Antje Heymanns auf Nachfrage der WZ sagte. „Zumal es ja am hellichten Tag geschehen ist“, so Heymanns. Weitere Einzelheiten zum Vorgehen der Täter wollte die Polizei wegen der laufenden Ermittlungen nicht veröffentlichen. Der Prozessionsweg, an dem fünf sogenannte Stadtvillen und das Haus des Projektes „Besser gemeinsam wohnen“ stehen, befindet sich im ersten Bauabschnitt des Gebietes. Von dort blickt man auf die Parkanlage mit Kapelle und die St. Töniser Straße.

Die Männer wurden vom Opfer wie folgt beschrieben. Der als Paketbote verkleidete Mann sei etwa 1,80 Meter groß, zwischen 30 und 35 Jahre alt und von „normaler Statur“. „Er hatte kurzes dunkelblondes oder hellblondes Haar“, schreibt die Polizei. Laut Opfer sprach er Deutsch mit osteuropäischem Akzent. Der Mann sei wie ein Paketbote gekleidet gewesen und habe zudem vermutlich eine Sweatshirtjacke getragen. Darauf seien die Farben „Grün oder Blau mit Gelb“ zu sehen gewesen. Das Paket, das der Mann abgestellt und später wieder mitgenommen hat, habe ähnliche Farben gehabt. Die beiden Komplizen waren laut Polizei vermummt und etwas größer als der „falsche Paketbote“. Die beiden Männer konnte das Opfer nicht detailliert beschreiben.

Bei den Ermittlungen bittet die Polizei um Unterstützung: Wer hat zur fraglichen Zeit im Umfeld des Tatorts verdächtige Beobachtungen gemacht? Wer hat verdächtige Fahrzeuge beobachtet oder den falschen Paketboten beim Ausladen gesehen? Wer hat möglicherweise die Anfahrt oder die Flucht der drei Männer beobachtet? Hinweise gehen an die Kriminalpolizei unter Tel. 02162/3770.