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Kempener Rosenmontagszug steht nichts im Weg

Kempener Rosenmontagszug steht nichts im Weg

Die Probefahrt mit zwei Karnevalswagen verlief gestern reibungslos. Auf der Engerstraße muss eine Laterne abgebaut werden, damit der Zug freie Fahrt hat.

Kempen. Dass Karnevalsjecken standfest sein sollten, ist sicher nichts Neues. Gestern war diese aber auf eine ganz andere Weise gefragt, und zwar bei der Probefahrt für den Rosenmontagszug mit dem städtischen Karnevalswagen und dem neuen Gefährt der Prinzengarde. Denn beim Anfahren und Abbremsen kamen die Mitfahrer ganz unfreiwillig in einen schunkel-ähnlichen Zustand.

Kempener Rosenmontagszug steht nichts im Weg
Foto: Kurt Lübke

Der Probefahrt tat es keinen Abbruch, denn am Ende waren alle stolz, dass die Wagen (fast) problemlos die gesamte Zug-strecke durch die Innenstadt bewältigten. „Wir müssen lediglich noch eine Laterne auf der Engerstraße entfernen“, sagte Stadtsprecher Christoph Dellmans nach der knapp eineinhalbstündigen Tour nicht ohne Stolz. Dass alles so gut funktionierte, lag auch daran, dass Mitarbeiter der Stadt bereits jede Menge Vorarbeit geleistet hatten. So waren 50 Blumenkübel, etwa 40 Fahrradständer und zehn Bänke bereits entfernt worden. Die Bauzäune um Beete und andere schützenswerte Gegenstände waren auch bereits vor dem Testlauf aufgestellt worden. Ebenso fast 200 Halteverbotsschilder.

Deshalb konnte sich das Prinzenpaar Rainer I. und Angelika I. (Pasch) auch ganz entspannt der Fahrt widmen. Obwohl es gleich nach ein paar hundert Metern den ersten Zwangshalt gab: Auf der Thomasstraße stand der Wagen eines Paketdienstes im Weg. Das kann natürlich am Rosenmontag nicht passieren, dann gilt dort ein komplettes Halteverbot. Prinz Rainer postete sein erstes „Tour-Foto“ auf Facebook. Weiter ging’s über Burg- und Möhlenring — ohne Probleme, denn hier bieten die beiden Fahrspuren ausreichend Platz. Das änderte sich beim Abbiegen auf die Ellenstraße. Der Traktorfahrer musste sein Gespann schon sehr langsam um die Ecke manövrieren, um nirgendwo anzuecken. „Wenn hier die Leute stehen, wird’s eng“, bemerkte der Prinz. Zugleiter Theo Balters pflichtete ihm bei. „Deswegen wird auch jeder Wagen von sechs ,Wagen-Engeln’ begleitet“, sagte er. Rainer und Angelika brachten dort die ersten Süßigkeiten unters Volk, begleitet von vielen Helau-Rufen auf dem Wagen und von den Passanten.

Von der Ellenstraße aus bog der Mini-Zug auf den Buttermarkt ab — auch dort gab es keine Schwierigkeiten. Viel Geschick der Traktorfahrer war wieder gefragt, als es auf die Burgstraße ging. Dort ging die Fahrt haarscharf an den Markisen vor den Läden vorbei. Zugleiter Balters hat viel Respekt vor den Traktorfahrern. „Die brauchen viel Übung. Oft sind das Landwirte oder Lkw-Fahrer“, sagte er.

Auf der Engerstraße gab es dann das erste — und einzige — Hindernis. Eine Laterne stört die beiden Karnevalswagen an der Weiterfahrt. Sie wird deshalb abgebaut. Am Ende der Engerstraße war noch mal Warten angesagt. Von dort ging es weiter auf den Donkring — und zwar entgegen der normalen Fahrtrichtung. Die Polizei hielt den Verkehr kurz an. Alles verlief reibungslos. Im übrigen ist auch das ein Problem, dass es am Rosenmontag nicht geben wird, weil dann auch die Ringe gesperrt werden. Auch auf dem Hessenring musste die Polizei noch einmal helfen und den Verkehr kurz anhalten. Von dort sollte es eigentlich über den Heyerdrink weitergehen und dann über den Dämkesweg bis zum Zugende auf dem Schmeddersweg. Diese letzte Etappe des Zugweges musste aber ungeprobt bleiben, weil dort wegen der vielen geparkten Autos kein Durchkommen war. Das änderte nichts daran, dass einem gelungenen Rosenmontagszug nichts im Wege steht.