Kempener Ratsfraktionen einig an der Peterstraße

Kempener Ratsfraktionen einig an der Peterstraße

Alle Fraktionen fordern neue Pläne von der Firma Schmitz. Das Unternehmen wird reagieren.

Kempen. Es gab wohl kaum ein Thema, dass die Kempener in den vergangenen Monaten so bewegt hat wie der Streit um das denkmalgeschützte Haus an der Peterstraße 20. Die Projektfirma Ralf Schmitz und die Stadt möchten das Haus aus der Denkmalliste streichen. Ein Gutachten besage, dass es nicht mehr denkmalwürdig ist. Diverse Umbauten im Innern hätten dafür gesorgt.

Der Hintergrund: Die Firma Schmitz möchte an der Ecke Peterstraße/Donkwall mehrere Häuser abreißen und einen Neubau errichten. Im Bau- und Denkmalausschuss bekamen die ersten Pläne von den Politikern eine Abfuhr. Und auch in der Bevölkerung regt sich Widerstand. Am WZ-Mobil zum Thema im April diskutierten mehr als 100 Leute. Und die neu gegründete Initiative „Denk mal an Kempen“ mischt kräftig mit.

Inzwischen hat die Firma Schmitz bereits angekündigt, dass das Projekt vollständig auf dem Prüfstand steht. Sollte es noch umgesetzt werden, will das Unternehmen neue Pläne eines anderes Architekten ins Rennen schicken. Wie es weitergeht, scheint ungewiss. Nichtsdestotrotz ist die Peterstraße ein Wahlkampfthema. Deshalb hat die WZ im Wahlcheck die Parteien und Wählergemeinschaften gefragt: Wie stehen Sie zu den Plänen der Firma Schmitz?

„Wir unterstützen aus städtebaulichen Gründen an dieser Stelle einen Neubau, der sich behutsam in die Strukturen und das Ambiente der Altstadt einordnet und den Denkmalschutz beachtet. Allerdings darf Denkmalschutz Sanierungen auch nicht hemmen, denn sonst droht Verfall. Der erste Entwurf erfüllte nicht die Voraussetzungen. Das hat auch der Investor erkannt.“

„Wir halten das geplante Objekt für völlig überdimensioniert. Wenn wir den Charakter unserer Altstadt erhalten wollen, müssen zukünftige Projekte den Gegebenheiten der Altstadt angepasst werden. Wenn dort bisher ,Arme-Leute-Häuser’ stehen, sollte ein Investor die vorhandene Bebauung entsprechend einbeziehen.“

„Der Denkmalschutz darf bei Investitionsvorhaben nicht über Bord geworfen werden. Um in Kempen dem Denkmalschutz seine Würde zurückzugeben, plädieren wir dafür, Denkmalangelegenheiten künftig in einem neu zu schaffenden ,Denkmal- und Kulturausschuss’ zu behandeln und sie den bautechnischen und investorischen Belangen zu entziehen.“

„Wir legen großen Wert darauf, dass der Denkmalschutz berücksichtigt und der mittelalterliche Charakter der Altstadt erhalten bleibt. Im Bau- und Denkmalausschuss haben wir das geplante Projekt abgelehnt, da wir es für zu monumental halten. Wir sind für eine Trennung des Bau- und Denkmalausschusses.“

„Neubauprojekte in der Altstadt haben sich dem dortigen Flair und den baulichen Gegebenheiten unterzuordnen — und zwar ohne Ausnahme. Der derzeitige Entwurf widerspricht dem und wir fordern den Bauträger auf, den Neubau deutlich kleiner zu planen und die denkmalgeschützte Häuserfront zu integrieren.“

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