Kempener müssen sich auf höhere Gebühren einstellen

Stadt bittet zur Kasse: Ob Friedhof oder Straßenreinigung – viele Gebühren steigen

Auch in Sachen Schmutzwasser müssen die Kempener künftig tiefer in die Tasche greifen. Keine Kostenänderung beim Abfall.

Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Kempen hat den neuen Gebührensatzungen für das Jahr 2019 zugestimmt. Steigen werden die Gebühren für Schmutzwasser, Straßenreinigung und den Friedhof, beim Abfall bleiben die Kosten gleich, es wird aber eine kleinere Bio-Tonne angeboten.

Beim Schmutzwasser steigen die Gebühren je Kubikmeter von 2,29 auf 2,68 Euro. Laut Stadtverwaltung wirkt sich dabei die erhebliche Steigerung des Beitrages an den Niersverband gebühren-erhöhend aus. Für Benutzer, die unmittelbar von einem Entwässerungsverband zu Beiträgen für die Reinhaltung herangezogen werden, sinkt der Satz dagegen pro Kubikmeter von bisher 1,30 auf 1,26 Euro. Die Gebühren für die Benutzer abflussloser Gruben sinken je Kubikmeter Schmutzwasser von 6,59 auf 6,45 Euro.

Beim Niederschlagswasser steigen die Gebühren leicht: je Quadratmeter überbauter bzw. befestigter Fläche um einen Cent auf 0,77 Euro. Die Gebühren für die Entsorgung des abzufahrenden Klärschlammes reduzieren sich von 28,50 auf 23,10 Euro pro Kubikmeter.

Bei der Straßenreinigung sind laut Stadt die Kosten für Fahrzeuge, Geräte und Personal des Baubetriebshofes sowie die Verwaltungskosten aufgrund der Tariferhöhungen um rund 28 000 Euro gestiegen. Daher steigen die Gebühren für 2019 je Berechnungsfaktor von 1,41 auf 1,52 Euro.

Die Gebühren für die Abfallentsorgung bleiben unverändert. Aber zum neuen Jahr wird eine 120-Liter-Biotonne angeboten. Diese hatten sich Bürger vielfach gewünscht, so die Stadt, die sich von der kleineren Tonne eine noch bessere Akzeptanz der Abfalltrennung von Rest- und Bioabfällen erhofft. Sie kostet mit 30 Euro pro Stück allerdings genauso viel wie die 240-Liter-Biotonne, weil das Entsorgungsunternehmen pro Tonne abrechnet.

Mindest-Restmüllvolumen
wurde verringert

In der Satzung zur Abfallentsorgung hat es einige Änderungen gegeben. So wurde die Begrenzung der Papierabfallgefäße gestrichen. Neu aufgenommen wurde die Zulassung einer Entsorgungsgemeinschaft, die bereits in Einzelfällen praktiziert werde, so die Stadt. Ebenfalls neu aufgenommen wurde die Möglichkeit, bei nachgewiesenem geringem Abfallanfall das Mindest-Restmüllvolumen auf fünf Liter zu reduzieren.

Der für Grundstücksflächen außerhalb bebauter Ortsteile anfallende Unterhaltungsaufwand der Verbände hat sich wie folgt entwickelt: Geringfügig gestiegen ist der Verbandsbeitrag für den Bereich des Wasser- und Bodenverbandes der mittleren Niers von 21,98 auf 22,95 Euro pro Hektar und im Bereich des Niersverbandes von 12,35 auf 12,37 Euro.

Bei der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (LINEG) wurde der Beitrag von 38,59 auf 35,70 Euro gesenkt. Der Beitrag für den Wasser- und Bodenverband Gelderner Fleuth hat sich von 6,38 Euro auf 6,37 Euro pro Hektar geringfügig reduziert.

Bei den Friedhofsgebühren sind an den meisten Kostenstellen Steigerungen, meist um etwa zehn Prozent, zu verzeichnen. So kostet die Erdbestattung eines Verstorbenen in einem Wahlgrab 480 Euro (vorher 440 Euro), die Beisetzung einer Urne 257 Euro (vorher 235 Euro), die Nutzung einer Reihengrabstätte für 25 Jahre 908 Euro (bisher 825 Euro) einer Urnenreihengrabstätte 567 Euro (bisher 500 Euro). Die Steigerung liegt laut Stadt an höheren Kosten und niedrigeren Bestattungszahlen. Zehn Prozent der Verstorbenen in der Stadt würden außerhalb von Kempen beigesetzt, beispielsweise im Natur-Begräbniswald in Venlo oder in umliegenden Grabeskirchen oder sie würden auf hoher See verstreut.

Um einer größeren „Abwanderung“ entgegenzusteuern, sollen die Grabarten-Angebote vermehrt beworben werden. „Leider ist festzustellen, dass sich die Hinterbliebenen im Nachhinein äußern, nicht ausreichend über die vorhandenen Bestattungsmöglichkeiten auf den Kempener Friedhöfen aufgeklärt worden zu sein“, heißt es von der Verwaltung. Daher sind aus Sicht der Stadt vor allem die Bestattungsunternehmen gefordert, umfassend über die Grabarten-Angebote zu informieren.

(ulli)
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