Kempener Burg-Café wird einem Neubau weichen

Traditionslokal : Kempener Burg-Café wird einem Neubau weichen

Ein Lokal wird es an der Thomasstraße nicht mehr geben. Statt des Burg-Cafés sind eine Praxis und Wohnungen geplant.

Etwa seit Mitte Juni ist klar, dass das altehrwürdige Burg-Café verkauft ist (die WZ berichtete). Seitdem wird in der Altstadt diskutiert, was denn nun aus dem leerstehenden Traditionslokal wird. Gibt es wieder eine gastronomische Nutzung? Oder hat der neue Inhaber völlig andere Nutzungsideen? Vor allem diese Fragen stellten sich viele Kempener. Nun herrscht Gewissheit: Die Eheleute Henny und Alfred Flamang, die das Gebäude an der Thomasstraße gekauft haben, planen etwas völlig Neues. „Wir wollen das Haus abreißen und dann einen Neubau realisieren“, sagt Alfred Flamang im Gespräch mit der WZ.

Gastronomischer Betrieb wäre eine zu große Investition gewesen

Das Ehepaar, dem auch weitere Innenstadtimmobilien gehören, habe sich in den vergangenen Monaten intensiv Gedanken gemacht. Auch eine gastronomische Nutzung in der Bestandsimmobilie sei geprüft worden. „Letztlich mussten wir aber erkennen, dass dies eine zu große Investion gewesen wäre“, sagt Flamang. Ein neuer Café-Betreiber hätte mit neuen und vielen Auflagen kämpfen müssen. Eine umfangreiche Sanierung sei Pflicht gewesen. Dies sei nicht zu realisieren gewesen. Daher folgte der Entschluss zu Abriss und Neubau.

In der neuen Immobilie, die sich in der Höhe den Nachbargebäuden (Apotheke und Thomas-Buchhandlung) angleichen soll, plant Familie Flamang im Erdgeschoss etwa 300 Quadratmeter für Büro- und/oder Praxisräume. Darüber sollen sechs Wohnungen – jeweils etwa 90 Quadratmeter groß – gebaut werden. Diese möchten die Flamangs vermieten.

Projekt „Burg-Café“ sei eine Herzensangelegenheit

Im Gespräch mit der WZ macht das Ehepaar deutlich, dass sie nicht einfach so jedwede Investition eingehen. „Der wunderschöne Standort reizt uns sehr“, so Alfred Flamang. Das Grundstück unweit des Klosterhofes und der Kempener Burg befinde sich in einer idealen Lage. „Grundsätzlich ist das Projekt für uns eine Herzensangelegenheit“, betont der künftige Bauherr. Ähnlich habe man schon beim früheren städtischen Betriebsamt, Ecke Thomasstraße/Am Bahnhof, gehandelt.

Bevor nun das Großprojekt gegenüber des Burgparkplatzes beginnen kann, werden noch ein  paar Monate vergehen. Gemeinsam mit dem Kempener Architekten Udo Thelen befinden sich die Flamangs derzeit in der Vorbereitung von Abriss- und Baugenehmigung. Ziel sei es, 2019 „so früh wie möglich“ anzufangen. Mit Blick auf die Fertigstellung will sich Familie Flamang keinen Zeitdruck machen. „Da gibt es keine Deadline“, bestätigt Alfred Flamang. „Wir wollen und werden etwas Schönes für Kempen schaffen“, ergänzt seine Frau Henny.

Das Burg-Café hatte im Februar 2018 nach rund 130 Jahren den Betrieb eingestellt. Inhaber und Konditormeister Erwin Falk, der das Burg-Café mehr als 40 Jahre geleitet hat, konnte das Unternehmen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterführen. Daher entschloss sich die Familie Falk endgültig zum Verkauf der Immobilie.

Pläne zum Verkauf gab es schon seit einigen Jahren

Pläne dazu gab es schon seit vielen Jahren. Mehrfach wurde die Immobilie im Internet zum Verkauf angeboten. Vermarktet wurde das Objekt über mehrere Jahre durch die Volksbank Kempen-Grefrath. Im Frühjahr 2013 stand die Übernahme durch einen Krefelder Café-Betreiber sogar schon so gut wie fest. Kurz vor der Unterzeichnung der Verträge konnten sich die Parteien aber dann doch nicht einigen. 

Nun gab es eine Einigung, nach der die Tradition des bekannten Altstadt-Cafés enden wird.

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