Kempener Altstadtfest leidet unter schlechtem Wetter

Kempen : Weniger Besucher beim Altstadtfest

Hagel und Kälte machten es den Händlern und Gastronomen auf dem Markt schwer.

Das Wetter machte dem Werbering am Wochenende einen Strich durch die Rechnung: Kälte, Regen, Hagelschauer hielten viele Besucher vom Besuch des Altstadtfests ab. So füllte sich die Altstadt am Samstag in den Mittagsstunden nur zögerlich. Für gute Laune auf dem Buttermarkt sorgten trotzdem die „White Hackle Pipe and Drums“ aus Süchteln. Und gegen die Kälte half ein guter Schluck aus dem mitgebrachten Flachmann. Schließlich würden Schotten schon mit Whisky getauft, behauptete einer der Musiker.

Der spärliche Besucherzulauf hatte zumindest den Vorteil, dass man sich in Ruhe an den Ständen umsehen konnte. Auffallend häufig waren dieses Mal Stände mit Schutz wahlweise gegen Sonne, Einbruch oder Insekten vertreten. Das widerspricht eigentlich dem Anspruch von Werbering und Veranstalter „X-Dreams“, mehr Qualität bei den Ständen zu bieten. Dafür gab es auch ausgefallene Sachen, die vor allem die Damen lockten. Oder man konnte schon vorausschauend an einem Stand mit selbst genähten Sachen schöne geschmückte Schultüten erwerben. Auf der Engerstraße war wieder der Stand mit einfallsreichen Holzdingen zu finden.

Einige Händler waren zum Ärger der Besucher nicht beteiligt

Nur selten ließ sich die Sonne – wie hier auf der Peterstraße – am vergangenen Wochenende in der Altstadt blicken. Foto: Wolfgang Kaiser

Der Kempener Andreas Elling war stolz auf seinen gerade bei Volkmar Vis vom „Gürtelwerk” erworbenen, handgemachten Ledergürtel mit Silberschnalle. Den hatte er unter den wachsamen Augen seiner Söhne ausgesucht. Weniger leicht fiel zwei Familien mit Töchtern da die Entscheidung, was man denn nun essen könnte. Denn die beiden Mädels im Grundschulalter waren gerade kräftig auf der Hüpfburg unterwegs gewesen und hatten nun Hunger. Aber was aus dem reichen Angebot auswählen? Denn nicht nur an den Ständen in den Straßen gab es viele Leckerbissen zu entdecken, sondern auch die Gastronomen hatten sich anlässlich des Festes besondere Angebote einfallen lassen. Ob Spargelgerichte oder sogar – zu Ehren der Sportler auf der Burgwiese – ein besonderes „Highlander-Schnitzel”. Schließlich machte eine der Mütter kurzen Prozess. „Wir gehen jetzt Pizza essen”, entschied sie. Manchmal müsse man halt die Dinge in die Hand nehmen, meinte sie.

Schwer konnte einem die Wahl am Stand der Niederrhein-Tourismus GmbH aus Viersen fallen. Denn hier wurden die Besucher aufgefordert, ihren Lieblingsplatz am Niederrhein zu nennen. Schon jetzt sind online 500 Lieblingsplätze und Tausend Ideen nachzulesen, wo man seine freie Zeit verbringen kann. Irgendwann landete der Besucher bei seinem Rundgang durch die Altstadt dann wieder auf dem Buttermarkt, wo mittlerweile die Tanzgruppen die Bühne übernommen hatten. Auch diesen konnte nicht kalt werden, so fetzig wirbelten schon die allerkleinsten Tänzer über die Bühne. Glücklicherweise kam der heftige Hagelschauer erst nach Ende ihrer viel beklatschten Show.

Der Verein „Ein Regenbogen für Afrika“ bot Sachen aus zweiter Hand an. Foto: Wolfgang Kaiser

Viele Einzelhändler beteiligten sich mit eigenen Ständen vor ihrer Ladentür am Geschehen. Andere schlossen am Samstagmittag zur gewohnten Stunde. Sie beteiligten sich nicht an der verlängerten Öffnung, was einige Festbesucher verärgerte. Am Sonntagnachmittag hatten etliche Geschäfte geöffnet. Allerdings litten das Altstadtfest und der Umsatz auch da unter dem schlechten Wetter.

Mehr von Westdeutsche Zeitung