Unterwegs in Kempen Weihnachtshaus erstrahlt im Lichterglanz

Kempen · Heidrun und Dirk Schagen sind das ganze Jahr über auf der Suche nach weiteren Deko-Stücken.

 Heidrun und Dirk Schagen teilen die Leidenschaft für weihnachtliche Dekorationen.

Heidrun und Dirk Schagen teilen die Leidenschaft für weihnachtliche Dekorationen.

Foto: Norbert Prümen

Die Kinder liegen im Schnee, die Arme und Beine bewegen sich auf und ab. Das Karussell auf dem Kamin dreht eine Runde nach der anderen. Heidrun und Dirk Schagen sitzen auf ihrer Couch und sind mitten im weihnachtlichen Treiben: Vor ihnen bunte Lichter, ein leises Klackern der vielen Attraktionen aus ihrem Deko-Weihnachtsdorf. „Ich muss sagen, wir genießen das total“, erzählt das Ehepaar, das Weihnachten über alles liebt. Seit vielen Jahren beginnen Heidrun und Dirk Schagen aus Kempen am Wochenende nach St. Martin damit, ihr Heim in ein Weihnachtshaus zu verwandeln. In diesem Jahr sammeln sie damit auch wieder Spenden für einen guten Zweck.

Ein leuchtendes Schild am Haus der Nachbarn weist den Besuchern den Weg an der Margeritenstraße in Kempen zum „Lichterhaus“. Noch nicht ganz angekommen, sind es die warmen Lichter, die einem schon von weitem entgegen leuchten, sodass man denkt, man sei beim Weihnachtsmann persönlich. Jedes Jahr kommen neue Deko-Objekte dazu, bis alles perfekt ist und an ein wahres Wintermärchen erinnert.

Direkt an der Haustür steht ein großer, schwerer Briefkasten vom Weihnachtsmann. „Wer hier einen Brief einwirft, mit frankiertem Rückumschlag, der bekommt eine Antwort“, verspricht die 52-jährige Heidrun Schagen und lächelt. Das Paar hat bereits Post bekommen. So wünscht sich ein Mädchen eine „Kinderkrallenmaschine“, ein anderes Kind schreibt einfach nur einen Brief und lobt das „toll geschmückte Haus“. Zum Briefkasten führt ein beleuchteter Bogengang. „Der ist neu, wie auch der Briefkasten, den wir schon lange haben wollten“, berichtet die Erzieherin Heidrun Schagen. Gewisse Objekte haben seit Jahren ihren festen Platz, andere kommen dorthin, wo sie am schönsten aussehen. Auf der Garage verschwinden ein aufblasbares Rentier und ein Weihnachtsmann im Wechsel im Kamin. „Die schalten wir gar nicht ab, der Rest läuft über eine Zeitschaltuhr“, erklärt Dirk Schagen.

Neben der Haustür steht der große, schwere Briefkasten des Weihnachtsmanns.

Neben der Haustür steht der große, schwere Briefkasten des Weihnachtsmanns.

Foto: Norbert Prümen

Wie viele Meter oder gar Kilometer Kabel verlegt sind, wie viele Steckdosen und Mehrfachsteckdosen sich hinter der Deko verstecken, das könnten die Schagens gar nicht mehr zählen. Aber eins steht fest: „Wir müssen nächstes Jahr definitiv an die Elektrik vorne und neuen Strom legen“, erzählen sie. Das ganze Jahr dreht sich bei den beiden um Weihnachten und um die Suche nach noch fehlenden Dekorationen. Dafür fahren sie auch weiter: „Wir waren dieses Jahr in der Nähe von Amsterdam“, berichtet Heidrun Schagen. Es ist eine gemeinsame Leidenschaft, die das Ehepaar seit Jahren pflegt.

Ihnen gehe es gut, auch ihren vier Kindern, sagen die beiden. Anderen Menschen auf der Welt nicht. Und so haben sie sich entschieden, wie auch in den vergangenen Jahren Spenden für einen guten Zweck weiterzugeben. „In diesem Jahr sammeln wir für Stups, ein stationäres und ambulantes Kinder- und Jugendhospiz für schwerkranke und behinderte Kinder in Krefeld“, erklären die Schagens. Dafür haben sie einen Briefkasten aufgestellt. „Letztes Jahr kamen 849 Euro für einen guten Zweck zusammen, in diesem Jahr hoffen wir, dass wir die 1000 Euro knacken.“ Sie wurden eingeladen, sich die Einrichtung anzuschauen. „Das macht einfach etwas mit einem, das war sehr bewegend“, sagt der 53-Jährige. Und so hat das Paar die Kinder aus dem Hospiz, denen es möglich ist, mit ihren Eltern eingeladen, das Weihnachtshaus zu besuchen. „Einige Nachbarn wollen kommen, Plätzchen bringen und Kakao“, erzählt Heidrun Schagen. Die letzten Wochen waren verregnet, der Aufbau draußen habe deshalb „nur mäßigen Spaß“ gemacht, berichten die Schagens: „Wir müssen deshalb am ersten Adventswochenende noch mal ran.“ Der traditionelle Glühweinstand, der geschmückte Weihnachtsbaum und andere Dinge fehlen noch.

Sie freuen sich, alle drei Weihnachtstage in ihrem Heim verbringen zu können, freuen sich auch auf die alljährliche „Anschaltparty“ mit Nachbarn und das Adventsgrillen mit Freunden, „und noch mehr freuen wir uns über viele Weihnachtshaus-Besucher und Briefe im Wunsch-Briefkasten.“

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