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Kempen: Viele Gründe für ein Lächeln

Altstadt-Geflüster : Kempen: Viele Gründe für ein Lächeln

Im Altstadt-Geflüster geht’s um Anzeichen, die zum Lächeln verleiten. Und um den zurückhaltenden Kneipen-Start in die Bundesliga.

Nun gibt es doch endlich wieder einen Grund zu lächeln. Eigentlich wollte die Straßengemeinschaft Judenstraße ihre „Smileys“ als Straßenschmuck schon viel früher aufhängen. Aber Corona nahm den Händlern und Gastronomen ja zwischenzeitlich jeden Grund für Fröhlichkeit. Ganz einfach sind die Zeiten immer noch nicht. Aber immerhin können nun alle Geschäfte und Restaurants an der Judenstraße öffnen. Und so haben auch die ersten selbst gestalteten Smileys, die auf die Initiative von Dorothea Küppers vom Kempener Früchtehaus zustandekamen, nun schon ihren Platz in luftiger Höhe gefunden. Weitere werden folgen, flüstert Susanne Bornkopp vom Modeladen Charisma. Die Stadtwerke helfen dabei kräftig mit, wieder mehr Lächeln in die Altstadt zu bringen.

Kinder können Steine bemalen

Wenige Meter entfernt geht es ebenfalls fröhlich zu. Denn der Kinderschutzbund Kempen hat die Initiativen in anderen Städten aufgreifen und eine Schlange mit bunten Steinen eröffnet, die nun die Kreativität der Familien wecken soll. An der Mauer des Rathauses am Buttermarkt können nun bunt verzierte Steine abgelegt werden. Vier bestrickte Laternen weisen auf den Standort hin. „Es können kleine Bildchen sein, gute Wünsche für die Mitmenschen oder andere verschiedenste Motive. Vor allem Kinder brauchen dafür keine Anleitung“, so Elke Keppner, die Vorsitzende des Vereins. „Ein Stein ist doch bestimmt schnell beim nächsten Spaziergang gefunden und ein wenig wasserfeste Farbe reicht ja schon, um diesen zu verschönern“, ermuntert auch Bürgermeister Volker Rübo. Der Verein nutzt die Gelegenheit, um auf sein Beratungsangebot aufmerksam zu machen: Die Rechtsberatung für Jugendliche und die Beratung zum Thema „sexueller Missbrauch an Kindern“ sind über den Kinderschutzbund erreichbar: info@kinderschutzbund-kempen.de oder Tel. 02152/519924. Auch das Kinder- und Jugendtelefon, die Nummer gegen Kummer, Tel. 116111, ist Montag bis Freitag, 14 bis 20 Uhr erreichbar.

Bundesliga auf dem Buttermarkt

Grund zur – kleinen – Freude haben die Gastronomen. Neben den Restaurants können auch viele Kneipen wieder den Betrieb aufnehmen. So hat am Freitag das Falko am Buttermarkt erstmals wieder seine Türen geöffnet. Drinnen kann es durch das Abstandsgebot nur noch rund 20 statt etwa 80 Plätze geben. Aber es bleibt ja noch die Außenfläche. Und da ist es bei dem aktuellen Wetter eh schöner. Und die Stadt sei da sehr entgegenkommend gewesen, so Wirt Christoph Wefers. Und heute verspricht es voll zu werden: Denn zum Start der Bundesliga steht an diesem Samstag mit Dortmund gegen Schalke direkt das Derby schlechthin auf dem Programm. Wefers hofft, dass sich die Gäste auch an die Vorgaben halten.

Konzerte werden nachgeholt

Corona und der Shutdown haben auch den Verein Kempen Klassik kalt erwischt, der mit seinen drei Abonnementreihen sowie den Familienkonzerten und der Nachtmusik einen großen Teil des Kulturprogramms der Stadt Kempen bestückt. „Unser Programm 2020/21 war zu Beginn der Coronakrise festgezurrt“, sagt Peter Landmann, Künstlerischer Leiter des Vereins. Es soll bei den geplanten Konzerten bleiben. Aber: „Wir werden deutlich weniger Plätze anbieten können“, so Landmann. Und das bedeute natürlich auch einen Rückgang bei den Einnahmen. Auch, was der Verein seinen Abonnenten vorschlägt, ist noch nicht endgültig entschieden. Dazu soll es Ende des Monats mehr Informationen geben. Insgesamt elf Veranstaltungen sind bislang wegen Corona ausgefallen. Diese sollen, so der Plan, zu Beginn der Saison 2021/22 nachgeholt werden.

Letztes Antica-Konzert findet statt

Nun haben die Lockerungen Kempen Klassik und dem Kulturamt die Möglichkeit gegeben, zumindest das letzte „Antica“-Konzert vor den Sommerferien noch zu „retten“. In Abstimmung mit dem Ordnungsamt hat das Klosterkonzerte-Team einen Bestuhlungsplan und ein Durchführungskonzept für die Paterskirche erarbeitet, das laut Kulturamt allen Anforderungen zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten entspricht. Es gibt nur 15 statt 22 Stuhlreihen und zwischen den Besuchern – Einzelpersonen oder Paare und Gruppen aus maximal zwei Haushalten – werden immer drei Stühle freigehalten. Statt der gewohnten 350 werden so nur rund 100 Plätze zur Verfügung stehen. Außerdem gilt Maskenpflicht. Das Konzert war auf der Grundlage des normalen Bestuhlungsplans lange vor der Coronakrise fast ausverkauft. Da nun weniger Menschen kommen können, ist am Freitag ein neuer Vorverkauf für Karteninhaber gestartet. „Slixs“ hat sich bereit erklärt, das Konzert vor vergleichsweise kleinem Auditorium nötigenfalls zweimal hintereinander zu singen. Das J.S. Bach gewidmete A-Capella-Programm wird in leicht verkürzter (ca. 65-70 Minuten) Form ohne Pause dargeboten. Wenn das 20-Uhr-Konzert ausverkauft sein sollte, wird ein zweites Konzert um 18 Uhr angeboten.