Kempen: VHS lädt zum Filzen bei der Lebenshilfe ein

VHS bietet zusammen mit der Lebenshilfe Kempen kreative Kurse an : Kastanien und Kürbisse aus Filz

Volkshochschule und Lebenshilfe bieten einen kreativen Kurs für Menschen mit und ohne Behinderung an.

Auf den Tabletts mit den Gummimatten schäumt es ordentlich. Hände bewegen bunte Kugeln in dem Seifenschaum hin und her. „Ist das fest genug, oder muss es noch ein wenig fester werden?“, möchte Roswitha Feldbusch wissen und reicht ihre grüne Filzkugel zu Christina Werres-Metz hinüber. Die Kursleiterin drückt vorsichtig zu. „Das ist genau richtig. Jetzt einmal unter fließendem Wasser gründlich auswaschen. Wenn zu viel Seife zurückbleibt, bleicht die Farbe nämlich zu schnell aus“, sagt Werres-Metz, die fleißig rollt.

Gefilzte Kastanie mit
einer echten als Kern

Kurze Zeit später greift sie zu einer Schere und demonstriert ihren Teilnehmerinnen wie in die Filzkugel kleine Dreiecke geschnitten werden, die dann wiederum zu Ministacheln gefilzt werden. Aus Wolle, Wasser und Seife ist eine gefilzte Kastanie entstanden, deren Clou der Kern ist. Der besteht nämlich aus einer echten Rosskastanie und ist mittels eines Schnitts durch die gefilzte Wolle zu erkennen. „Das sieht wirklich wie eine Kastanie aus, die gerade vom Baum gefallen und aufgeplatzt ist“, freut sich Rotraut Müller über ihr gelungenes Werk.

Rund um das Filzen dreht sich alles in der gemütlichen Küche der Lebenshilfe in Kempen am Emilie-Horten-Platz 3. Die VHS und die Lebenshilfe Kreis Viersen betreiben seit zwei Jahren eine Kooperation unter dem Titel „Miteinander“, in deren Rahmen die VHS zu kreativen inklusiven Veranstaltungen in die Räume der Lebenshilfe kommt. „Wir möchten so Hemmschwellen abbauen und Menschen mit und ohne Handicap zusammenbringen“, sagt Heike Drewelow, VHS-Fachbereichsleiterin Kunst, Kultur und kreatives Gestalten.

Gerade dass es ein inklusives Angebot ist, hat Romana Maruhn angesprochen. Kreativ unterwegs zu sein, mache Spaß und in diesem Rahmen besonders, findet Maruhn, die ihrer Kastanie einen Kürbis folgen lässt. Dem Körper, gerollt und gefilzt aus weißer Wolle folgt orangfarbene Wolle. Werres-Metz erinnert daran, an den Kürbisstängel zu denken. „Bevor das Orange verfilzt ist, das Gün für den Stängel dazugeben. Immer daran denken, nur trockene Wolle haftet gut an“, gibt sie vor.

Daran hat Nicola Prinz nicht gedacht. Sie hat die grüne Wolle schon kräftig nass gemacht und den Stiel auch schon gerollt. Wie alles noch zu retten ist, demonstriert die Kursleiterin. Dann wird es etwas komplizierter. Die Spezialnadel kommt zum Einsatz. Mit dem Modell, das unzählige winzige Widerhaken hat und auf diesem Weg die Fasern herauszieht, kann der Kürbis feine Einkerbungen erhalten. Wie es genau geht, macht sie vor.

Ein kleiner Spielball
für Kater Krümel

Auf dem Tisch wächst der Berg an fertigen Arbeiten. Zu den Kastanien und Kürbissen gesellen sich bunte Eicheln, die in die Hütchen der Früchte geklebt werden und so einen wunderschönen herbstlichen Hingucker geben. Bei Roswitha Feldbusch entsteht derweil etwas ganz Praktisches. Sie filzt nämlich einen Ball für ihren Kater Krümel. „Ich denke, damit wird er jede Menge Spielspaß haben“, ist sie sich sicher. Den Spaß beim Herstellen hatten Feldbusch und die anderen Teilnehmer hingegen schon.

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