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Kempen: Tanzende Damen machen Chaos im Olymp

Karneval : Tanzende Damen machen Chaos im Olymp

„Dance for Fun“ heißt die Gruppe der Kempener Senioren-Initiative, die mit ihrer Show begeistert.

Ihre Zeit als Mädchen liegt schon lange hinter ihnen. Aber bei der „Mädchensitzung“ der Narrenzunft kommen sie jedes Jahr gut an, sodass sie regelmäßig für die nächste Session gebucht werden: die acht Tänzerinnen der Gruppe Dance for Fun. Auch den diesjährigen Auftritt bei der Narrenzunft haben sie mit Bravour bestanden. Und die nächsten Auftritte stehen nun an: bei den Karnevalssitzungen der Kempener Senioren-Initiative (SI) im Haus Wiesengrund. Dann ist auch unter anderem die Theatergruppe der SI dabei, aus der einige der Damen im Alter zwischen 57 und 78 Jahren ursprünglich kommen. Fünf von ihnen haben mit der WZ über ihre Freude an Tanz und  Bewegung in Verbindung mit einem karnevalistisch umgesetzten Thema gesprochen.

Beim Can Can
Feuer gefangen

Das sind Christine Leßner (57), Margret Binzen (64), Ute Hackel (64), Gisela Stief (74) und Annie Wüsten (78). Binzen ist seit der Gründung 2011 dabei. Sie leitet die Gruppe, sucht die Musik passend zum Thema aus und denkt sich eine Choreographie aus. „Ich komme aus dem Turnbereich und habe immer schon gerne getanzt“, sagt sie. Auch Wüsten ist seit Anbeginn dabei. „Ich war in der Theaterguppe. Dort haben wir mit Hilfe von Margret Binzen einen Can Can eingeübt“, erzählt sie. Und die 78-Jährige hatte Feuer gefangen. Christine Leßner ist seit acht und Gisela Stief seit sieben Jahren dabei. Stief war ebenfalls in der Theatergruppe. „Das möchtest Du auch“, habe sie sich gesagt, als sie den Can Can gesehen hatte. Sie konnte. Ute Hackel hatte bei einer Sitzung gesagt: „Wenn Du in Rente bist, machst Du das auch. Und ich halte meine Versprechen.“ Nicht unterschlagen sollte man die Männer. Hin und wieder macht ein Ehemann mit. So baut Ulli Stief fürs Bühnenbild und Requisiten. „Wer in diesem Jahr noch dabei sein wird, soll eine Überraschung bleiben“, sagt Binzen.

Zum Schluss drehen die Tänzerinnen richtig auf

„Chaos im Olymp“ heißt das diesjährige Sessionsthema. Das passe zum Motto der SI-Sitzung „Die Welt bei uns zu Gast“. Die Zuschauer treffen auf Eros, Mars, Hera, Hermes, Zeus, Aphrodite, Poseidon, Dionysos und Apollo. Zwei neue Tänze werden für die Auftritte geprobt. Der Haupttanz dauert achteinhalb Minuten, der zweite vier bis fünf. 14 Lieder hat Binzen für den Haupttanz herausgesucht und geschnitten. Schnelle und langsamere Passagen wechseln sich ab. „Zum Schluss drehen wir dann noch mal richtig auf.“ Es gibt Perücken, diverse Accessoires, die die Frauen nähen, basteln oder hinzukaufen. Außerdem wurden schon im Sommerurlaub Kleider für die Götter und Göttinnen aus Griechenland mitgebracht.

Das Motto der nächsten Session wird bereits direkt nach Karneval gesucht. „Wir fangen dann auch schon gleich mit den Proben an. Nach Weihnachten dann zweimal in der Woche“, berichtet Binzen. Vor Karneval gibt es sogar eine Urlaubssperre. Das macht den Damen, zu denen auch noch Hiltrud Demmer (59), Helga Pasch (64) und Huberta Schneider (74) gehören, jedoch nichts aus. „Wir trainieren auch, wenn unsere Trainerin in Urlaub ist“, betont Stief. Und Hackel sagt: „Ich habe noch keinen Tag gehabt, an dem ich nicht trainieren wollte.“

Lenßen ergänzt: „Selbst nach der Arbeit, wenn ich gestresst bin, komme ich gerne in die Gruppe. Das entspannt mich.“ Konditionsprobleme gibt es nicht. „Die Ältesten von uns haben die wenigsten Knochenprobleme“, fügt Binzen an. Den Grund für den Elan sieht Binzen auch darin, dass alle ein Ziel haben. Und für die dafür benötigte Energie und Ausdauer reiße man sich auch mal zusammen. „Sonst schafft man das nicht.“

Ein wenig
Lampenfieber ist dabei

Neben dem Tanzen und der Bewegung gefällt den Damen noch die Möglichkeit, sich zu verkleiden und in eine andere Rolle zu schlüpfen, wie Annie Wüst sagt. Jeder könne sich seine Rolle aussuchen, ergänzt Lenßen. Dennoch hat die eine oder andere Lampenfieber. Margret Binzen schon jetzt, Annie Wüst ein wenig, Gisela Stief noch nie, Ute Hackel noch nicht und Christine Lenßen nur, „wenn ich was sagen muss“.