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Kempen: Polizei schnappt brutale Schläger

Kempen: Polizei schnappt brutale Schläger

Während der Vorabifete im September gab es Schlägereien mit Raub. Die Täter scheinen gefasst zu sein.

Kempen. Zwei brutale Überfälle gab es während der Vorabifete am 13.September. Zwei Monate später hat die Polizei die Taten anscheinend aufgeklärt und neun Verdächtige ermittelt.

Während der Fete, die im Kolpinghaus an der Peterstraße stattfand, gab es zwischen Mitternacht und 3 Uhr morgens zwei Übergriffe mit Schlägen und Raub. Die Opfer wurden so schwer verletzt, dass sie noch heute physisch und psychisch unter den Folgen leiden.

Die Täterbeschreibungen waren recht ungenau, da die Opfer von mehreren Schlägern attackiert wurden. "Und sie wollten sich auch vor den massiven Angriffen schützen", berichtet Polizeisprecher Wolfgang Wiese. Da verdecke man automatisch auch das Gesicht.

Im ersten Fall haben mehrere Täter - wahrscheinlich acht - einen Tönisberger (17) vom Kolpinghaus aus verfolgt, ihn schließlich auf dem Hessenring gestellt, geschlagen und getreten, bis er in ein Gebüsch stürzte. Geldbörse, Schlüsselbund und seine weißen Nike-Schuhe haben die Schläger dann geraubt und das Opfer liegen gelassen.

"Die Kempener Sachbearbeiter haben eine Vielzahl von jungen Leuten zur Vernehmung vorgeladen", erläutert Wiese. Fest steht, das mindestens sechs Tatverdächtige zwischen 19 und 22 Jahren gefunden wurden. Sie waren bereits durch andere Straftaten bekannt. Bei Tätern und Opfer seien Erinnerung und Wahrnehmgung durch Alkohol stark getrübt.

Dieser und eventuell auch Drogen habe wohl auch dazu geführt, dass bei den Schlägern jegliches Maß verloren gegangen sei und sie deshalb so vehement auf das Opfer einschlugen und -traten.

"In den Vernehmungen haben die sechs ihre Tatbeteiligung bestritten oder erheblich abgeschwächt", sagt der Polizeisprecher. Einer von ihnen, 21 Jahre alt, wohnt seit kurzer Zeit in Kempen, drei, 19, 20 und 22 Jahre, stammen aus Krefeld sowie zwei 20-Jährige aus St. Tönis.

Der zweite Überfall erfolgte auf einen Düsseldorfer (18), der mit zwei Freunden auf einer Bank in der Nähe des Kolpinghauses saß. Er wurde von einem Fremden aufgefordert, Geld und Handy herauszurücken.

Da er nicht sofort reagierte, schlug ihm der Mann mehrfach ins Gesicht. Anschließend kamen noch drei Männer, schubsten den Düsseldorfer zu Boden und traten zu. Trotzdem gelangen dem 18-Jährigen und seinen Freunden die Flucht, ohne dass Beute gemacht werden konnte.

Aufgefallen war dem 18-Jährigen, wie er der Polizei sagte, ein großer rothaariger Täter. Dieser war jedoch, das ergaben die Ermittlungen, nur der Begleiter des Hauptschlägers, eines Hülsers (18). Alle drei Täter - die beiden anderen sind 19 und 22 Jahre alt - bestreiten den Überfall. "Die Hülser geben sich gegenseitig ein Alibi", sagt Wiese. "Aber sie wurden vom Opfer und Zeugen identifiziert."

Gegen alle Verdächtigen ermittelt die Staatsanwaltschaft Krefeld wegen Verdachts des Raubes, versuchter räuberischer Erpressung und Körperverletzung.