Europawahl 2024 Parteien klagen über beschmierte Wahlplakate

Kempen · Kurz vor der Europawahl am 9. Juni sind in Kempen Wahlplakate verschiedener Parteien beschmiert oder gestohlen worden. Wie die Parteien damit umgehen.

 Dieses großformatige Wahlplakat der SPD in Kempen wurde am Wochenende beschmiert.

Dieses großformatige Wahlplakat der SPD in Kempen wurde am Wochenende beschmiert.

Foto: SPD Kempen

(biro) In Kempen sind in den vergangenen Tagen Wahlplakate verschiedener Parteien beschmiert oder auch abgerissen worden. So hatten Unbekannte am Wochenende Tafeln der Regierungskoalition besprüht, unter anderem ein großformatiges Plakat der SPD. Die Schmierereien seien „unfassbar“, wie es Stefan Kiwitz, SPD-Parteivorsitzender in Kempen, formuliert. Die Unbekannten hatten Katarina Barley und Olaf Scholz mit „Hitlerbärtchen“ verunstaltet.

„Menschen, die so etwas machen, haben keinen Funken Demokratieverständnis im Leib“, so Kiwitz, der die Anzeigenerstattung des SPD-Kreisverbandes Viersen unterstützt. Die Kempener SPD bitte um sachdienliche Hinweise unter Telefon 0175 7577217, die sofort an die Polizei weitergegeben würden, hieß es am Montag vom Ortsverband.

„Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie solche Schmierfinken die Politik in den Dreck ziehen und unsere Mandatsträger lächerlich machen“, so Kiwitz. Die SPD sei umso erboster, weil bereits Anfang des Jahres die Parteibüros der Ampel-Parteien im Dunkel der Nacht mit Ketchup und Mayonnaise beschmiert wurden. „Das ist nicht nur feige, sondern zeugt von wenig Verstand und einer kriminellen Haltung“, so Kiwitz weiter.

Wie die SPD bringen auch die Grünen jede Verunstaltung eines Wahlplakats konsequent zur Anzeige, sagt Michaela Baldus, Ortsverbandsvorsitzende der Kempener Grünen. Auch die großformatigen Wahlplakate der Grünen in Kempen wurden mit schwarzer Farbe beschmiert, „eins an der Oedter Straße, eins an der Mülhauser Straße und ein Vorgänger dort“, fasst Baldus zusammen, „für uns ist es jetzt also das dritte Großplakat, das so verunstaltet wurde.“

Auf die Kopfplakate an Laternen habe man diesmal schon verzichtet. Bei der letzten Bundestagswahl und Kommunalwahl habe es bereits viele Zerstörungen an Plakaten gegeben, erinnert sich Baldus, „bei einem Plakat von mir wurden die Augen ausgestochen, auf ein Plakat meines Grünen-Kollegen Rene Heesen sogar geschossen. Man empfindet das schon als persönliche Drohung, hat das Gefühl, dass es immer enthemmter zugeht.“

Auch die Klimaliste Deutschland und die Partei der Freien Wähler registrierten am Samstag Angriffe auf ihre Wahlplakate. Wie der Stadtverordnete Stefan Ditzen, bei der Klimaliste engagiert, berichtete, hingen diese an der Straße Am Gymnasium vor dem Gymnasium Thomaeum, sie wurden abgerissen. Auch Ditzen erstattete daraufhin Anzeige wegen Diebstahls beziehungsweise Sachbeschädigung.

(biro)
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