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Kempen: Neues Zentrum der Landwirtschaft entsteht an der Deula

Deula am Krefelder Weg : In Kempen entsteht das „Haus der Landwirtschaft“

Die Deula erweitert ihre Bildungseinrichtung am Krefelder Weg.

. Am Standort der Deula Rheinland am Krefelder Weg in Kempen tut sich derzeit einiges: Seit Monaten wird dort neu gebaut. Zudem gibt es, wie berichtet, einen Wechsel der Geschäftsführung: Die Gesellschafter der Deula Rheinland (Deula steht ursprünglich für „Deutsche Landwirtschaftsschule“) haben bei einer Mitarbeiterversammlung bekannt gegeben, dass der langjährige Chef der Deula, Karl Thoer, Ende dieses Jahres in Ruhestand gehen wird. Sein Nachfolger wird Gerd Krewer. Dieser nimmt seine Arbeit in Kempen bereits zum 1. Oktober auf und unterstützt Thoer bis zum Jahresende (die WZ berichtete).

Seit 1952 hat die Deula ihren Sitz in Kempen. Die Bildungseinrichtung bietet ein breites Spektrum an Lehrgängen, die von der überbetrieblichen Ausbildung für Auszubildende im Rheinland, unter anderem für Gärtner, Landwirte, Straßenwärter, Fachkräfte im Kanalbau oder in der Agrartechnik, bis hin zu Fortbildungen zum Greenkeeper auf Golfplätzen und Sportstätten sowie zum Schädlingsbekämpfer reichen. Außerdem können in der Deula auch Meisterprüfungen abgelegt werden. Es gibt eine eigene Fahrschule. 2018 wurden in Kempen 468 Kurse mit 6670 Teilnehmern angeboten. Die Ausstattung in den Hallen auf dem Gelände ist vielfältig. 53 Mitarbeiter, vor allem technische Lehrkäfte, sind in Kempen beschäftigt.

Rund 3,3 Millionen Euro investiert die Deula in den weiteren Ausbau. Am Krefelder Weg entsteht ein neues Tagungszentrum mit Gästehaus. Bis Herbst 2020 soll es fertig sein. Bereits Ende dieses Jahres soll gleich nebenan an der Ecke Von-Galen-Straße das neue Regionalzentrum der Landwirtschaft fertiggestellt sein. Ein zweigeschossiger Neubau ist im Rohbau bereits entstanden. Der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) mit Sitz in Bonn realisiert das Bauprojekt gemeinsam mit Partnern für rund 4,5 Millionen Euro. In den Neubau werden neben dem Verband selbst die Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen – sie ist derzeit noch an der Sittarder Straße in Viersen beheimatet –, die Parta-Steuerberatungsgesellschaft, die Rheinische Erzeugergemeinschaft für Kartoffeln (REKA), die Fachgruppe Krefeld-Viersen des Provinzialverbandes Obst- und Gemüsebauern, der Verein „Landhilfe“, eine Tochter des Rheinischen Bauernverbandes, sowie die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft einziehen. RLV-Präsident Bernhard Conzen und RLV-Hauptgeschäftsführer Reinhard Pauw sehen in dem „Haus der Landwirtschaft“ künftig eine wichtige, zentrale Anlaufstelle für die Landwirte in der Region. Dass das Haus gleich neben der Deula entsteht, hat insofern auch Vorteile, dass man das künftige Tagungszentrum mit nutzen kann. Es soll aber auch anderen Interessenten offen stehen, betonte Deula-Geschäftsführer Thoer.

Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesgartenbauverbandes, der Mitgesellschafter der Deula ist, sprach von einem „Leuchtturmprojekt“ für die Stadt Kempen. Sie weiß, wovon sie spricht. Denn sie war viele Jahre CDU-Stadtverordnete und Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Kempen. Eva Kähler-Theuerkauf gehört auch zu denjenigen, die der Deula als wichtiger Bildungseinrichtung mehr öffentliche Wahrnehmung wünschen. Viel zu wenige Kempener wüssten um die herausragende Bedeutung der Deula. Immerhin kommen die Teilnehmer der Schulungen aus dem gesamten Rheinland. rei