Altstadt-Geflüster : Ja, sind wir im Wald hier . . . ?

Statt Altbier gab es Glühwein bei der Schmückparty an der Peterstraße. Das Altstadtgeflüster ist schon voll drin im Advent. Mit Tannenbäumen, vorweihnachtlicher Musik und Buchtipps für den Gabentisch.

„Da vorne kommen die roten Kugeln hin“, sagt Claudia Pinkle und lotst zu den noch rein grünen Tannen vor dem Haus Platen. An der Ecke zur Umstraße ist ein Weihnachtswald entstanden, der den Namen auch wahrlich verdient. Die hohen Bäume, die mit Rindenmulch bedeckten Wege, der kleine Stall und die Hütte vermitteln wirklich heimeliges Flair. Am Donnerstagabend hatte der Kempener Werbering zur Schmück-Party eingeladen, um die Tannen auf der Peterstraße auch mit Deko zu versehen. Eine witzige Idee, die durchaus noch mehr Teilnehmer verdient gehabt hätte, aber den Zweck erfüllt hat. Die Bäume sind schön geschmückt und die großen und kleinen Teilnehmer erfreut. Am Freitag fand dann das „Anglühen“ auf dem Buttermarkt statt. Und nun kann das Weihnachtsmarkt-Treiben in der Stadt offiziell beginnen.

Schafe und Greifvögel im Wald

Auf der Peterstraße darf weiterhin jeder Besucher seine individuelle Christbaumkugel hängen. Mitten in dem neu entstanden Wäldchen ist auch Gut Heimendahl vertreten mit saisonalen Angeboten und Geschenkideen aus dem eigenen Hofladen, mit Schafen und samstags auch mit der Falknerin Caro Husemann und ihren Greifvögeln. Zu den Schafen gesellen sich jeweils von 13 bis 18 Uhr zwei bekannte Gesichter aus Kempen, Markus „AJ“ Lunau und Petra Opacak, und erzählen Märchen für Jung und Alt. Für die Besucher sind Sitzreihen aus Strohballen aufgebaut, das „Mauli’s“ versorgt die Zuhörer in den Pausen mit weihnachtlicher Musik, Grünkohl und Glühwein.

Keine Waldweihnacht

Weihnachtswald, Waldweihnacht – da kann man aber auch wirklich mal durcheinander kommen. So kam es leider auch in der WZ-Beilage zum „Stimmungsvollen Advent“ zu einem Missverständnis. Also: Wie schon berichtet, wird es die Waldweihnacht am vierten Advent in Kempen nicht mehr geben. Den Weihnachtswald aber sehr wohl. Der steht ja nun, wie man bewundern kann, auf der Peterstraße.

Auf dem Markt wird es enger

Schon am Freitagmorgen warf der Weihnachtsmarkt seine Schatten voraus. In Form von Hütten, die schon für den späteren Glühweinverkauf auf dem Buttermarkt aufgebaut worden waren. Nicht alle Marktbeschicker waren davon so begeistert. So mancher Stand musste ein wenig verschoben werden, der Durchgang zum Martins-Denkmal wurde da schon ziemlich eng. „Wir stehen hier das ganze Jahr über und müssen das nun wieder hinnehmen“, ärgerte sich ein Marktbeschicker über die beengteren Verhältnisse. Vier Wochen lang werde es nun so eng. Dass die zwei Hütten dort aufgebaut werden, sei so im Runden Tisch Stadtmarketing besprochen worden, flüstert Stadtsprecher Christoph Dellmans auf Anfrage. Den Marktbeschickern sei wichtig gewesen, auf dem zentralen Buttermarkt stehen zu können. Und das habe man mit dieser Lösung ermöglichen können. Um Rettungswege müsse man sich auch nicht sorgen. Der Weg am Martins-Denkmal vorbei Richtung Moosgasse sei dafür nicht vorgesehen. Dazu diene die Neustraße.

Singen mit Tom Marquardt

Nun kommt der Flüsterer doch noch zum Mitsingen. Wie in der vergangenen Woche berichtet, fällt ja der karnevalistische Mitsingabend „Sing doch ene mit“ in dieser Karnevalssession aus. Aber ein weihnachtliches Mitsingkonzert wird es in der Altstadt auf jeden Fall geben. Am Samstag, 7. Dezember, findet um 21 Uhr im Falko“ am Buttermarkt ein Weihnachts-MitsingKonzert statt! Dabei ist niemand geringeres als Kempener Profimusiker Tom Marquardt, der sich als Komponist und Texter für namhafte Sänger und als Begleitmusiker von Künstlern wie zum Beispiel Michael Wendler deutschlandweit einen Namen gemacht hat. Er gibt mit seinen „Komplizen“ eigene Songs und bekannte Weihnachtslieder zum Besten. Mitsingen ist ausdrücklich erwünscht, aber kein Muss. Für die eine oder andere Überraschung, die den Mitsingabend zu einer „nicht ganz so ernst gemeinten Weihnachtsfeier“ machen soll, ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Rockmanufaktur im Kolpinghaus

Bleiben wir musikalisch: Wegen der unklaren Lage im Kolpinghaus hatten ja „Die Fälscher“  ihren traditionelle Weihnachtsrock am 23. Dezember abgesagt. Wie berichtet, muss das Haus saniert werden und der Vertrag mit dem Pächter ist zum 31. März gekündigt. Aber für den traditionsreichen Termin hat sich eine Alternative gefunden: Statt Weihnachtsrock kommt die Rock-Manufaktur. Die Cover-Rockband „tuesday 7“ aus Neukirchen-Vluyn wird aufspielen. Die siebenköpfige Truppe wird sich extra für den Auftritt im Kolpinghaus um zwei Trompeten verstärken. Es wird also auch in diesem Jahr tüchtig war auf die Ohren geben. Das Repertoire reicht von Bon Jovi über AC/DC, Klassikern der Neuen Deutschen Welle bis hin zu Rocknummern von Westernhagen und Queen. Die „Rockmanufaktur“ startet am 23. Dezember um 20.30 Uhr im Kolpinghaus Kempen. Karten für zehn Euro im Vorverkauf gibt es im Kolpinghaus, Peterstraße 23 oder der Car-Clinic, Otto-Schott-Straße 1 a.

Die besten Bücher 2019

Von der Musik zur Literatur: „Aufgeblättert“ heißt eine Veranstaltung, die seit einigen Jahren im frühen Winter Bücherliebhaber anlockt. Denn bei der großen Zahl der Neuerscheinungen  ist es schwierig sich zu entscheiden. Hilfe geben da eifrige Kempener Leserinnen und Leser: Elisabeth Friese, Klaus-Peter Hufer, Roland Kühne und  Hannelore Öchsner-Vietoris werden am Donnerstag, 5. Dezember, ab 19.30 Uhr, in der Thomas-Buchhandlung, Burgstraße 28, selbst ausgewählte Bücher vorstellen. Das ist mittlerweile schon zu einer kleinen Tradition geworden. Insgesamt sind es diesmal 20 Biographien, Romane und Sachbücher aus dem Jahr 2019, die die vier angeregt, ihnen gefallen haben und die sie gerne weiterempfehlen möchten. Nachdem sie ihre jeweiligen Favoriten „aufgeblättert“ haben, besteht für das Publikum noch ausreichend Zeit und Gelegenheit zum Stöbern in Büchern und zu einem Gespräch bei einem Glas Wein oder Saft. Der Eintritt ist frei.