Altstadt-Geflüster : KK-Deutz überzeugt in Schweden

Thomas Schongen zeigte seinen Traktor bei einem Treffen in Skandinavien. Außerdem hat der Flüsterer was Geschäftliches.

Da staunten die Schweden nicht schlecht. In der Kempener Altstadt sind Thomas Schongen und sein Oldtimer-Traktor ja nicht unbekannt – im skandinavischen Norden bisher schon. Der Altstadt-Flüsterer berichtete vor einigen Wochen bereits vom Besuch des pensionierten Mitarbeiters des Rechnungsprüfungsamts bei den ehemaligen Kollegen in der Altstadt und der geplanten Reise zu einem Oldtimer-Treffen in Schweden. Nun ist Schongen wieder zurück und kann von einer abenteuerlichen Reise berichten. Mit seinem alten Deutz F1L514/51 aus dem Jahr 1954 auf dem Anhänger hinter dem Wohnmobil ging es mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h rund 1000 Kilometer in den Norden. „Wir haben Verwandte in Norddeutschland. Dort konnten wir einen Zwischenstopp machen“, erzählt Schongen. Doch die zweite Etappe hatte es in sich. Rund 200 Kilometer vor dem Ziel, mitten auf einer 16 Kilometer langen Brücke, verabschiedeten sich nämlich Teile eines Anhängerreifens und an eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Auf dem Standstreifen stehend – auf der einen Seite die vorbeifahrenden Lkw, auf der anderen die Tiefe – machte sich doch schnell Unbehagen beim Ehepaar Schongen breit. Doch glücklicherweise wird die Brücke videoüberwacht und so kam schnell Hilfe mit dem passenden Werkzeug, sodass die Fahrt weitergehen konnte.

Großes Interesse am Oldtimer

Jonstorp war das Ziel der Reise. Vor vier Jahren waren Schongen und seine Frau, die auch in Schweden Verwandte haben, bereits bei der Schau zu Besuch. Damals stellte der Trecker-Fan fest, dass es in Schweden zwar viele Modelle gibt, die man hierzulande nicht kennt. Aber eben keinen Deutz. Und so kam die Idee zum Ausflug mit Traktor-Begleitung auf. Mehr als 250 Fahrzeuge und Landmaschinen waren dort am Veranstaltungswochenende zu sehen. Einige davon auch weit älter als der Deutz aus Kempen. Der konnte aber auf jeden Fall mit dem Prädikat „weiteste Anreise“ punkten. Die Fahrer zeigten ihre Gefährte bei einer Parade und bewiesen in Geschicklichkeitsprüfungen ihr Fahrtalent. Auch die Fachzeitschrift „Traktor Power“ interessierte sich für den Gast aus Kempen und wird ihm einen Artikel widmen. Einfach herrlich sei das Treffen gewesen, schwärmt Thomas Schongen auch noch nach der Rückkehr. Viele Menschen, darunter auch so manchen Paradiesvogel, hat er dort kennengelernt und viele interessante Maschinen zu Gesicht bekommen.

Ein Kiosk für die Altstadt

In der Altstadt-Geschäftswelt kommt einfach nie Langeweile auf. Überall tut sich was: Blicken wir mal auf die Kuhstraße. Vom Buttermarkt aus ist man schnell an der Kuhstraße 1, wo früher das Atelier Ploch zu finden war. Dort wird nun in silbernen Lettern ein „Altstadt-Kiosk“ angekündigt. Viel mehr hat der Flüsterer auch noch nicht herausgefunden. Aber nebenan tut sich ebenfalls etwas. Dort ist ein alter Bekannter eingezogen: nämlich Roland Ploch. Nachdem der Künstler sein Altstadt-Atelier geschlossen hatte, ist er nun wieder da. Eine Tür weiter, an der Kuhstraße 2, sind schon seine Werke und der beliebte Kalender „Küche & Kunst“, der auch für 2020 wieder für einen guten Zweck verkauft wird, zu sehen.

Café-Nachfolge gesucht

Geht man weiter Richtung Kuhtor ist beim Lieblings-Café auf den ersten Blick noch alles beim Alten. Doch hinter den Kulissen tut sich was. Inhaberin Denise Giesen sucht einen Nachfolger, wie sie im sozialen Netzwerk Facebook verkündet. „Ich muss mich aus privaten Gründen zurückziehen. Es ist für mich wahnsinnig traurig und unglaublich schwer, aber es geht leider nicht anders“, schreibt sie. Bis es soweit ist, soll aber erst einmal alles so bleiben wie es ist. Kaffee, Kuchen, Frühstück kann man dort also auch weiterhin genießen.

Nähstube wird bekannter

Auch an der Peterstraße tut sich was. Der Flüsterer schlenderte dort jüngst an „Titines Nähstube“ vorbei. Bisher war ihm dieses süße Lädchen noch gar nicht aufgefallen, obwohl Christin Siekkötter schon in einigen Wochen ihr Einjähriges feiern kann. Ihre Nähstube hat sie nämlich bereits im vergangenen Dezember eröffnet – und ihr Angebot spricht sich immer mehr herum, stellt die Hülserin zufrieden fest. Das liegt wohl auch an den süßen selbst genähten Sachen, die auf einer Kleiderstange vor dem Geschäft präsentiert werden. Die gelernte Schneiderin, die zunächst lange in der Industrie gearbeitet hatte, hat auch nebenbei gerne Kleinigkeiten genäht. Nun hilft sie anderen dabei, das Hobby zu erlernen. „Zuerst waren die Nähkurse am Abend sehr gefragt. Mittlerweile entdecken auch immer mehr das Nähcafé, zu dem man Montag, Mittwoch und Freitag morgens mit Fragen und Problemen vorbeischauen kann“, sagt die Inhaberin. Zudem habe sich die Öffnungszeit am Donnerstagnachmittag mittlerweile auch zu einem offenen Nähtreff entwickelt.