Altstadt-Geflüster : Kempen-Stolz zum Verschicken

Zum 725-jährigen Bestehen der Stadt gibt es eine Briefmarke mit einem Motiv von „Moses“ Pankarz. Außerdem gibt es im Altstadt-Geflüster erfolgreiche Geschäftsleute mit Jubiläen.

Eine spezielle Briefmarke mit einem besonderen Motiv herzustellen, war früher ein großer Behördenakt. Über den Antrag einer Sonderbriefmarke entschied letztlich ein Ausschuss des Deutschen Bundestags. Und die staatliche Post bekam irgendwann den Auftrag zur Produktion. So geschehen in Kempen vor genau 50 Jahren. Damals erschien eine Sonderbriefmarke mit Thomas à Kempis – in einer Auflage von 30 Millionen Stück. Das wusste am Freitag Peter Kuhler vom Kempener Phila-Shop bei einer Pressekonferenz zu berichten. Diese fand statt, weil es nun wieder eine Briefmarke mit Kempen-Bezug gibt. Allerdings ist diese in einem deutlich einfacheren Verfahren. Denn die inzwischen privatisierte Post hat zu speziellen Briefmarken ein Geschäftsmodell entwickelt. Auf Wunsch und gegen Bares produziert die Post nämlich Wunsch-Briefmarken.

Eine Pankarz-Neuauflage

Aufgrund dieser Möglichkeit haben sich dann Peter Kuhler und Adrian Zirwes dazu entschlossen, eine besondere Kempen-Briefmarke herstellen zu lassen. „Nach 50 Jahren wurde es wieder Zeit. Und weil jetzt das 725-jährige Bestehen Kempens gefeiert wird, haben wir einen tollen Anlass“, so Zirwes. Die Briefmarke ziert das Motiv, mit dem die Stadt auf ihren Plakaten für die Festlichkeiten am 14. und 15. September wirbt. Dies wurde vom St. Huberter Illustrator Jürgen „Moses“ Pankarz geschaffen. „Das war vor 25 Jahren“, wie Pankarz sagt. Das Motiv hatte er damals zum 700. Geburtstag entworfen. Auf Wunsch der Stadtverwaltung wird es nun erneut verwendet – mit der neuen Ergänzung, dass drei „Männekes“ die Ziffern 7, 5 und 2 hochhalten. Auf dem Pankarz-Werk sind neben bekannten Bauwerken wie Burg, Propsteikirche und Mühle auch Kempener Persönlichkeiten zu sehen. So auch Ehrenbürger Karl-Heinz Hermans in Bäcker-Montur und mit frischen Brötchen. „Karl-Heinz Hermans wirkt da eben noch deutlich jünger“, sagt Pankarz augenzwinkernd. „Aber er backt ja immer noch“, ergänzt Bürgermeister Volker Rübo ebenso augenzwinkernd.

Zehn Marken für 16 Euro

Zurück zur Briefmarke: Diese ist in einer Auflage von 3000 Stück gedruckt worden. Verkauft werden 300 Bögen mit jeweils zehn Marken. Diese wiederum haben jeweils einen Wert von 80 Cent. Das reicht nach der Porto-Erhöhung für einen Inlandsbrief. Ein Bogen kostet 16 Euro. „So können wir die Produktionskosten decken“, erklärt Peter Kuhler. Erhältlich sind die Marken bei Kuhler im Phila-Shop, Vorster Straße 9, und bei Schreibwaren Beckers, Engerstraße 10. Den ersten Bogen bekam am Freitag die Stadt Kempen – in Person von Bürgermeister Rübo – überreicht. „Das ist eine tolle Aktion, die die Verbundenheit der Bürger mit der Stadt Kempen ausdrückt“, so Rübo.

Herda seit 25 Jahren im Geschäft

Silbernes Jubiläum an der Kuhstraße: Das Geschäft „Herda Teppich und Design“ besteht seit 25 Jahren. Eröffnet wurde es am 4. September von Georg Herda und seiner Frau Christiane. „Am Anfang gab es hauptsächlich Spiegel, Lampen und Teppiche zu kaufen. Mittlerweile haben wir uns auf Mode und Lifestyle umgestellt”, erzählt der Ladeninhaber. In dem Geschäft an der Kuhstraße 16 kann man neben Modeschmuck und Bekleidung auch Souvenirs, Geschenk- und Deko-Artikel sowie Fußbodenbeläge kaufen. Besonders stolz sind die beiden Diplom-Designer auf ihre hochwertigen Neuseeland-Schurwollteppiche, die sie auch auf Wunsch von Kunden entwerfen. Ein wenig gefeiert wird am Samstag, 7. September, mit den Kunden. Dann kann man sich wie gewohnt zwischen 10 und 14 Uhr im Laden am Kuhtor inspirieren lassen.

Groß-Spende für den Annenhof

Auf zum nächsten Jubiläum: Denn auch die Krafczyks hatten was zu feiern. Die Betreiberfamilie der Junited Autoglas Sicura GmbH ist seit 30 Jahren im Geschäft. Und das wurde in der Kempener Niederlassung an der Heinrich-Horten-Straße 4 begangen. Dabei bat das Team um Peter und Timo Krafczyk (Vater und Sohn) um Spenden für die gute Sache. 3300 Euro sind zusammengekommen. Diese Summe bzw. ein „dicker Scheck“ wurde nun dem Kinderheim St. Annenhof übergeben. Die Firmengeschichte begann 1989 in Mülhausen bei der früheren Tankstelle Hauser. 1994 folgte der Umzug nach Kempen zum Industriering Ost, 2004 wurde der Neubau an der Heinrich-Horten-Straße bezogen. Zudem betreiben die Krafczyks Niederlassungen in Mönchengladbach, Straelen und Viersen. Derzeit hat das Unternehmen 15 Mitarbeiter.