Ausstellung im Kempener Rathaus Surreale Ölgemälde von Blumen und Musik

Kempen · Sein Vorbild ist der spanische Maler Salvador Dalí: Zu sehen sind die Ölgemälde von Mouldi „Momo“ Bejaoui noch bis zum 28. Februar.

 Wiederkehrende Elemente in den Ölgemälden von Mouldi „Momo“ Bejaoui sind Blumen und Musik.

Wiederkehrende Elemente in den Ölgemälden von Mouldi „Momo“ Bejaoui sind Blumen und Musik.

Foto: Norbert Prümen

(evs) Micky Maus und Minnie Maus turnen an den Schnurrbart-Enden des spanischen Malers Salvador Dalí. Er ist das Vorbild von Mouldi „Momo“ Bejaoui (77), dessen Bilder bis zum 28. Februar im Foyer des Kempener Rathauses zu den üblichen Öffnungszeiten ausgestellt sind.

Tatsächlich sei er dem berühmten Maler des Surrealismus Ende der 1970er-Jahre in Hamburg persönlich begegnet, erzählt Momo Bejaoui, dessen Markenzeichen seine weiche Kappe, die eckige Brille und sein spitzer Kinnbart sind. Dalí habe ihm geraten, seine Bilder nicht mit Titeln zu versehen, damit der Betrachter unvoreingenommen ist.

Einmal habe er mitbekommen, wie ein Ehepaar über die Deutung eines seiner Bilder diskutierte. „Sie haben beide recht“, habe er ihnen geantwortet. Auch stilistisch hat sich Momo – ganz wie sein großes Vorbild – dem Surrealismus verschrieben. Bunt sind seine Ölgemälde, die er als „Flowers of Momo“, also als seine Blumen bezeichnet. Weibliche Körper mit Blumenköpfen tanzen und reiten in blühenden Fantasielandschaften. Die Beatles mit Blütenköpfen überqueren den Zebrastreifen der Abbey Road. Eine Hand wächst aus einem grauen Steinhaufen heraus und reckt fast trotzig eine Sonnenblume vor einem unruhigen Himmel in die Höhe. Neben den Blumen ist die Musik ein wiederkehrendes Merkmal der Bilder. Aus einer Klaviatur erwachsene Hände in verschiedenen Hautfarben, die Blumen halten. Eine Dame mit Blumenkopf umarmt ein Cello. Manche Bilder geben Rätsel auf, regen zum Nachdenken an, wie die schwangere Frau, die wie das Ungeborene in ihrem Bauch auf ein Handy starrt. Ein Kind, auf einer Weltkugel balancierend, die den Kopfschmuck einer Person bildet, die in ein schwarz-weißes Schachbrettmuster gekleidet ist  Tatsächlich spielt neben der Malerei die Musik, vor allem Reggae und Soul, eine große Rolle im Leben des gebürtigen Tunesiers, der seine Kindheit und Jugend in Monaco verbrachte und 1975 nach Kempen zog, Heimat seiner Frau Burga. „Die Blumen, vor allem die Sonnenblumen, liebe ich, sie erinnern mich an meine Kindheit“, erzählt Momo Bejaoui. In Deutschland arbeitete er zunächst als Schaufenstergestalter für große Kaufhäuser und betrieb dann bis zu seiner Pensionierung eine Werbeagentur in Moers.

Auch sich selbst bildet er auf seinen Bildern ab. So in einem dreifachen Selbstporträt, in dem er sich als Maler zeigt, der ein fertiges Selbstporträt noch einmal abmalt. Momo mal drei, sozusagen.

Es ist nicht seine erste Ausstellung an diesem Ort. Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos) begrüßte ihn zur Eröffnung als alten Freund, dessen Bilder „Farbe ins Leben und in die Herzen vieler Menschen“ brächten.

(evs)
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