Schulpolitik in Kempen Gesamtschule dominiert bei den Anmeldungen deutlich

Kempen · 200 Viertklässler wollen im nächsten Schuljahr die Kempener Gesamtschule besuchen. Das ist zu viel.

 Suzan Torun Schneider, Leiterin der Gesamtschule Kempen, darf sich darüber freuen, dass ihre Schule die gefragteste in Kempen ist.

Suzan Torun Schneider, Leiterin der Gesamtschule Kempen, darf sich darüber freuen, dass ihre Schule die gefragteste in Kempen ist.

Foto: Norbert Prümen

(rei) Die Städtische Gesamtschule Kempen feiert in diesem Sommer ihr zehnjähriges Bestehen. Als diese Schulform seinerzeit eingeführt werden sollte, gab es hitzige Debatten zwischen den politischen Parteien im Kempener Stadtrat. Der Streit um die Gesamtschule gehört in Kempen längst der Vergangenheit an. Heute erfreut sich diese Schulform großer Beliebtheit. Ihre Arbeit wird längst auch von den damaligen Kritikern – vornehmlich in den Reihen von CDU und FDP – anerkannt. Die Gesamtschule hat den beiden traditionsreichen Gymnasien, dem Thomaeum und dem Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD), den Rang abgelaufen.

Das zeigen auch die aktuellen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2024/2025. Dem Schulverwaltungsamt liegen nach Angaben von Amtsleiter Michel Kurfürst derzeit 200 Anmeldungen für Kinder vor, die nach dem Willen ihrer Eltern nach den Sommerferien von einer Grundschule zur Kempener Gesamtschule wechseln sollen. Das sind deutlich mehr, als bei einer Richtgröße von maximal 29 Kindern in einer der vorgesehenen sechs Eingangsklassen aufgenommen werden könnten. Die Stadt hält an der Zahl von Eingangsklassen fest, will nach Angaben des Ersten Beigeordneten und Schuldezernenten Bennet Gielen bei der zuständigen Bezirksregierung keine siebte Eingangsklasse für die Gesamtschule beantragen. Begründung: Das könne die Schule organisatorisch nicht stemmen.

Also wurde im Rathaus beschlossen, dass keine auswärtigen Schülerinnen und Schüler aus Kommunen mit eigener Gesamtschule in Kempen aufgenommen werden sollen. Das betrifft zum Beispiel Kinder aus Hüls, St. Tönis oder Vorst. Unter den 200 Anmeldungen sind nach Angaben von Amtsleiter Kurfürst 26, die nach dieser Regelung nicht zum Zuge kommen werden. Damit käme die Schule auf 174 Anmeldungen, die verteilt auf sechs Eingangsklassen 29 Kindern pro Klasse ergäben. Alle 134 angemeldeten Kinder aus Kempen sollen berücksichtigt werden.

Insgesamt werden zum neuen Schuljahr 311 Viertklässler von einer der fünf Grundschulen im Kempener Stadtgebiet auf weiterführende Schulen wechseln. Für die Gesamtschule oder die beiden Gymnasien in Kempen haben sich 280 Eltern für ihre Kinder entschieden. 31 Grundschüler wurden an auswärtigen Schulen angemeldet. Die beliebteste weiterführende Schule außerhalb von Kempen ist wieder die Liebfrauenschule in Mülhausen.

Für das LvD liegen aktuell 129 Anmeldungen vor, hier sollen in Abstimmung mit der Bezirksregierung zum neuen Schuljahr sogar vier statt drei Eingangsklassen gebildet werden, fürs Thomaeum liegen 75 Anmeldungen für die drei geplanten Eingangsklassen vor. Möglicherweise werden noch einige Anmeldungen für das LvD zum Thomaeum verschoben, hieß es außerdem im Schulausschuss.

(rei)
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