Einzelhandel in Kempen Leerstehendes Ladenlokal wird zur temporären Galerie

Kempen · Im früheren Ladenlokal von Gerry Weber im Klosterhof sind jetzt großformatige Gemälde zu bewundern. Zwei Künstler und eine Antiquitätenhändlerin stellen dort aus.

Wijo Heinen und Mirabel Bienefeld in ihrer temporären Galerie im Klosterhof in Kempen.

Wijo Heinen und Mirabel Bienefeld in ihrer temporären Galerie im Klosterhof in Kempen.

Foto: Norbert Prümen

(biro) Ein Künstler, eine Künstlerin und eine Antiquitätenhändlerin sorgen aktuell in einem Ladenlokal im Klosterhof in Kempen für neues Leben. Seit dem Auszug des Modeunternehmens Gerry Weber stand das Ladenlokal leer. Seit zwei Wochen stellen dort der Maler Wijo Heinen aus Kempen und die Malerin Sophie Voigt-Chadeyron aus Krefeld ihre Bilder aus. Hinzu kommen Gemälde, die Mirabel Bienefeld dort platzierte.

Begeistert von den Impressionisten, eignete sich Heinen die Malerei durch Kurse und im Eigenstudium an. Viele Kempener kennen seine Bilder, die Heinen ausschließlich in Öl auf Leinwand malt, wenn er Motive aus Kempen wie Kuhtor oder Buttermarkt, aber auch die Schönheit der Landschaft farbig in Szene setzt.

Künstlerin Sof, wie sich Sophie Voigt-Chadeyron nennt, ist Malerin und Objektkünstlerin, in Kempen zeigt sie großformatige, abstrakte farbige Kompositionen, die den Betrachter schnell gefangen nehmen. Und Mirabel Bienefeld von der Ellenstraße steuert aus ihrem Antiquitätenschatz weitere Gemälde bei. Für die Künstler ist es nicht neu, leerstehende Ladenlokale vorübergehend zu neuem Leben zu erwecken, so entwickelte sich vor Jahren die Idee eines Kunstzentrums an der Ellenstraße.

Ralf Schmitz stellte ihnen das Ladenlokal von Gerry Weber nun als temporäre Galerie zur Verfügung. „Wir haben das nicht gemietet“, betont Heinen, der sich spürbar über die Chance freut, im Klosterhof ausstellen zu dürfen. Heinen war durch die Kempener Altstadt spaziert, hatte beim Blick auf einige leerstehende Ladenlokale gedacht: „Da könnten doch Künstler ausstellen.“ 34 Schaufenster zählte er insgesamt, die man beleben könnte. Das sei auch eine Win-win-Situation, für Künstler wie für Einzelhandel, meint Heinen: „Wer durch die Stadt geht, möchte ja nicht auf tote Schaufenster gucken.“

Im Klosterhof dürften sie nun ihre Arbeiten zeigen, bis ein neuer Mieter für das Ladenlokal gefunden sei, und dann gegebenenfalls in ein anderes Ladenlokal dort umziehen, berichtet Heinen. Schmitz habe Bienefeld angesprochen, ob sie nicht das Ladenlokal bespielen wolle, „und Mirabel und ich kennen uns seit 40 Jahren“, erzählt Heinen, „da haben wir gesagt: ,Wir machen das zusammen.‘“

Wie lange sie dort sein werden, wissen sie nicht. Geöffnet ist nun aber erst einmal dienstags, mittwochs und freitags von 11 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr. Auch am Sonntag, 17. Dezember, wird die temporäre Galerie von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein: Dann ist in Kempen wieder Weihnachtsmarkt, gleichzeitig ist auch verkaufsoffener Sonntag in der Altstadt. Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk sucht und über ein einzigartiges Bild nachdenkt, sollte sich die Ausstellung im Klosterhof anschauen.

(biro)
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