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Kempen: Kommentar zum Schulcampus-Antrag der CDU

Meinung : Den Wahltermin im Blick

Man kann der CDU durchaus folgen, wenn sie das Projekt nun forcieren will. Aber muss die Fraktion das überhaupt? Schließlich halten auch die anderen Fraktionen die Idee für praktikabel. Ein Kommentar.

Inhaltlich ist das Großprojekt rund um die Verlagerung des Sportplatzes und die umfangreichen Schulsanierungen und -neubauten völlig nachvollziehbar. Die Schulen brauchen endlich Perspektiven und Verbesserungen. Und sollten sich Politik und Verwaltung tatsächlich an ihre Versprechen zu Umfang und Ablaufplan halten, würden auch die Kempener Sportvereine eine Verbesserung erfahren. Deshalb kann man der CDU durchaus folgen, das Großprojekt nun zu forcieren.

Aber muss die Fraktion das überhaupt? Schon in der Ratssitzung am 21. Januar wurde deutlich, dass alle Fraktionen die favorisierte Lösung der Verwaltungsspitze für praktikabel halten. Es ist also davon auszugehen, dass dieser Weg nun auch verfolgt wird. Alles andere wäre eine weitere Farce in der nun schon vier Jahre andauernden Planungsgeschichte zum Schulcampus.

Deshalb ist es selbstverständlich so, dass die CDU nun aufs Tempo drückt, um zum Wahltermin am 13. September die meisten Details in trockenen Tüchern zu haben. Denn das Projekt Schulcampus ist vielleicht das wichtigste in der laufenden Legislaturperiode. Und weil man nun doch noch die Kurve zu kriegen scheint, kann man dem Wähler auch guten Gewissens mitteilen, das Großprojekt auf die Schiene gesetzt zu haben.

Ebenso klar und legitim ist, dass Bürgermeisterkandidat Philipp Kraft, der kein Ratsmandat hat, von der CDU im Schulprojekt zu einer treibenden Kraft gemacht wird. Schon wenige Tage vor Veröffentlichung der neuen Pläne durch die Verwaltung hatte Kraft beim Neujahrsempfang der CDU gefordert, dass noch in der laufenden Legislaturperiode die Pflöcke eingeschlagen werden müssen. Gesagt. Getan?

tobias.klingen@wz.de