Kempen: Kommentar zum Bürgermeisterkandidaten der FDP

Meinung : Ein Kandidat für die Wahlkampf-Präsenz

Dass der 27-jährige Cedric Franzes aus Tönisberg eine ernsthafte Chance auf den Wahlsieg hat, glaubt selbst in den Reihen der FDP niemand. Ein Kommentar von WZ-Redaktionsleiter Tobias Klingen.

Wer wird der nächste Bürgermeister? Viele sehen die Personalie als wichtigste Entscheidung für die Zukunft der Stadt Kempen an. Die FDP sieht das offenbar nicht so. Für den Vorstand und die Mitglieder der Liberalen ist die Frage, ob Christoph Dellmans oder Philipp Kraft künftig auf dem Bürgermeisterstuhl sitzt, nicht so entscheidend. Für die FDP scheint es wichtiger zu sein, am 13. September so viele Ratsmandate wie möglich zu erlangen und eine bürgerliche Mehrheit mit der CDU zu sichern. Und um im Wahlkampf präsenter zu sein, hat man sich bei der FDP nun für einen eigenen Kandidaten entschieden. Vor dieser Entscheidung stehen nun mal die kleineren Parteien. Denn dass der 27-jährige Cedric Franzes aus Tönisberg eine ernsthafte Chance auf den Wahlsieg hat, glaubt selbst in den Reihen der FDP niemand.

Was ein liberaler Kandidat nun für die beiden Favoriten bedeutet, ist unklar. Als erstes könnte einem die These einfallen, dass ein FDP-Kandidat dem Christdemokraten Kraft Stimmen wegnehmen wird. Ebenso ist aber auch der parteilose und wirtschaftsfreundliche Stadtsprecher Dellmans nicht weit weg von FDP-Ansätzen – trotz der Unterstützung von SPD und Grünen. Daher ist eine Debatte in diesem Bereich nicht mehr als Kaffeesatzlesen.

Mit Spannung wartet das politische Kempen nun noch auf die Entscheidungen von Freien Wählern Kempen (FWK) und Linken. Auch in diesen Gruppen dürfte derzeit taktisch überlegt werden: Brauchen wir einen eigenen Kandidaten für die Wahlkampf-Präsenz? Oder ist einer der Favoriten so viel besser als der andere, dass wir ihn unterstützen müssen?

Ein weiterer Kandidat könnte noch von der sogenannten Alternative für Deutschland (AfD) kommen. Die Rechtspopulisten, die im Kreis Viersen bislang nur im Nettetaler Stadtrat vertreten sind, arbeiten nach eigenen Angaben an einer stärkeren kommunalpolitischen Präsenz. Ob dazu auch ein Kempener Bürgermeisterkandidat gehört, ist offen.

Und was ist eigentlich mit dem Ex-Grünen Jeyaratnam Caniceus, der gerade an einem Stadtverband der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) arbeitet? Abwarten.

tobias.klingen@wz.de