Theaterstück in der Jugendfreizeiteinrichtung Campus Mörderische Ermittlungen um 1900 auf der Bühne

Kempen · Die Theatergruppe des Campus führt am Freitag das selbstgeschriebene Stück „Trauern ohne Tränen“ auf. Die Proben laufen auf Hochtouren.

 Das Kriminalstück spielt in der Zeit um das Jahr 1900.

Das Kriminalstück spielt in der Zeit um das Jahr 1900.

Foto: Norbert Prümen

(tre) Saskia sinkt auf der Bühne zusammen und bleibt am Boden liegen. „Sehr gut“, sagt Predrag Kalaba. Seine nächste Anweisung geht an Jasper. „Unter den Armen anfassen, dann vorsichtig nach oben ziehen und wegtragen“, lautet die Order des Theaterpädagogen und Schauspielers. „Aber nicht fallen lassen“, sagt Saskia vom Boden aus. Die Szene klappt wie am Schnürchen, und Kalaba nickt in die Runde.

Dazu gehören zehn junge Darsteller in Kostümen auf der Bühne und im Zuschauerraum, die die Szene beobachtet haben. „Wir spielen jetzt einmal durch, und zwar so, als wenn hier schon das Publikum sitzen würde“, läutet er die Generalprobe für das Stück „Trauern ohne Tränen“ ein. Seit Oktober laufen die Proben für den selbstgeschriebenen Krimi, den die Theatergruppe der städtischen Jugendfreizeiteinrichtung Campus am Freitag, 3. Mai, mittels Geldern von „Kultur macht stark“ auf die Bühne bringt.

Mit Kostümen helfen Theater Krefeld/Mönchengladbach aus

„Wobei die Arbeit schon weit vor Oktober angefangen hat. Die Jugendlichen haben das Stück eigenständig geschrieben, die Rollenbesetzung vorgenommen und sich um alles gekümmert“, informiert Brigitte Siemes, pädagogische Mitarbeiterin beim Campus. Sich um alles kümmern, heißt in diesem Fall, die Kostüme und Requisiten besorgen.

Der Krimi spielt in der Zeit um 1900. Die historischen Kostüme stammen aus dem Fundus der Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach. Zudem half das Kempener Kramermuseum weiter. Für das ebenfalls zur Requisite gehörende Klavier sprang „Maus & Hain“ aus Krefeld ein.

Auf der Bühne strahlt derweil ein Spot das Klavier an. Max in der Rolle von Victor betritt die Bühne, legt Jackett und Hut ab, setzt sich ans Klavier und beginnt zu spielen. Seine Freundin Saskia als Aurora tritt zu ihm und nimmt neben ihm auf dem Klavierhocker Platz. Weitere Darsteller schreiten auf die Bühne, setzen sich auf das edle Salonsofa, das unter dem Porträt eines würdevoll aussehenden Herrn steht. Unschwer an der Bekleidung zu erkennen, betreten auch ein Zimmermädchen und eine Kammerzofe das Szenario.

Das Ganze wirkt wie die künstlerische Aufstellung für ein Foto. Doch dann kommt Leben hinein. Eine völlig aufgelöste Dame in einer Abendrobe bricht auf einem Sessel zusammen. Schnell ist klar: Ihr Ehemann ist tot, und er starb keines natürlichen Todes. Damit nimmt das kriminalistische Stück seinen Lauf. Szene folgt auf Szene, die jungen Darsteller im Alter zwischen 15 und 17 Jahren spielen ihre Rollen überzeugend.

Wer in den Genuss des Stückes kommen möchte hat dazu heute, am 3. Mai, die Gelegenheit. „Trauern ohne Tränen“ wird um 19 Uhr im Campus, Spülwall 11 in Kempen, aufgeführt. Der Eintritt ist frei. Es ist lediglich eine kurze Anmeldung unter der E-Mail-Adresse [email protected] notwendig.

(tre)