Neuer Laden in der Kempener Innenstadt “Herr Faruk“ verkauft Nüsse, Baklava und türkischen Honig

Kempen · Faruk Demir hat in der Kempener Altstadt einen Laden für gesunde Snacks und türkische Delikatessen eröffnet

Mit „Herr Faruk“ hat sich Faruk Demir (31) in Kempens Altstadt den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt.

Mit „Herr Faruk“ hat sich Faruk Demir (31) in Kempens Altstadt den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt.

Foto: Emily Senf

(emy) Wer an Faruk Demirs Geschäft an der Ellenstraße in der Kempener Altstadt vorbeischlendert, schaut häufig noch ein zweites Mal hin. Der erste Blick fällt nämlich meist zwangsläufig auf die Glasvitrine mit den bunten geschnittenen Rollen, die zunächst an Sushi denken lassen. Allerdings handelt es sich dabei um etwas ganz anderes: Lokum, übersetzt: türkischer Honig. Der sei zwar nicht so gesund wie der Rest seines Angebots, sagt der Inhaber: „Aber gut für die Seele.“

Bei „Herr Faruk“ bietet der 31-Jährige Waren an, die für den Niederrhein bislang eher ungewöhnlich sind: Es gibt Nüsse, getrocknete Früchte, Lokum und Baklava – gesunde Snacks und türkische Delikatessen. Faruk Demir hat sich damit den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt. Wichtig ist ihm für seine Kunden vor allem Qualität, wie er sagt: „Was ich nicht selber esse, möchte ich auch nicht verkaufen.“

Der 31-Jährige stammt aus der türkischen Metropole Istanbul und ist den Trubel einer Großstadt gewohnt. Kempen ist dazu ein Kontrast, aber kein schlechter. Er fühle sich hier sehr wohl, sagt Faruk Demir: „Mir gefällt das Ruhigere, die Menschen sind sehr freundlich.“ In die Thomasstadt zog es ihn vor fünf Jahren der Liebe wegen: Seine Frau ist aus Kempen. Sie hatte er während des Studiums in Dortmund kennengelernt.

Ende vergangenen Jahres eröffnete er „Herr Faruk“. Das Ladenlokal hatte er zufällig entdeckt – nur war es damals noch gar nicht zu haben. „Zwei Wochen später stand ein Schild mit ,Zu vermieten‘ dran“, erinnert sich der studierte Logistiker. Damit war die Sache besiegelt. In seiner Heimat seien Läden wie seiner ganz normal, berichtet er: „Meist noch mit Gewürzen dabei.“

Hier ist solch ein Geschäft für viele Kunden noch Neuland – was Faruk Demir auch am Einkaufsverhalten bemerkt. „In meiner Heimat kennen die Menschen das Angebot, meist kaufen sie kiloweise ein. Hier möchten die Kunden beraten werden und kaufen in kleineren Mengen“, sagt er. Der 31-Jährige hat dafür Verständnis, weswegen bei ihm im Laden jeder probieren darf, bevor er etwas kauft. Dazu reicht der Inhaber den Kunden türkischen Mokka.

Die getrockneten Früchte kauft Faruk Demir über Großhändler ein. Die Ananas kommen dabei aus Costa Rica, die Kiwi aus dem Iran, die Rosinen und die Feigen aus der Türkei. Sie enthielten keine Zuckerzusätze oder Schwefel, der häufig zur Konservierung verwendet wird, die Bio-Gummibärchen keine Gelatine und die vegane Haselnusscreme kein Palmöl.

Für die Süßspeisen wie Lokum fährt er zweimal wöchentlich zu einem Hersteller bei Köln. Zuckersüß und klebrig gibt es bei Faruk Demir nicht: „Das deutet nur auf eine billige Qualität hin.“ Seine Kunden würden im Schnitt etwa zehn bis 15 Euro bei ihm ausgeben.

Geöffnet ist „Herr Faruk“, an der Ellenstraße 4 in Kempen, montags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr und an Samstagen von 10 bis 15 Uhr.

(emy)
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