Kempen: Hefe van Haag auf Wachstumskurs

Lokale Wirtschaft : Kempen: Hefe van Haag auf Wachstumskurs

Seit einem Jahr ist das frühere St. Töniser Unternehmen in Kempen und hat schon 30 neue Leute eingestellt. Am Wochenende gibt es die Rhein-Back-Schau mit 3000 Besuchern aus der Branche.

Was 1978 mit einem kleinen Tag der offenen Tür in St. Tönis begonnen hat, wird am Wochenende in Kempen mit einer großen Messe und über 3000 Besuchern seine Fortsetzung finden. Die Rede ist von der Rhein-Back-Schau des Unternehmens Hefe van Haag, das vor etwa einem Jahr von St. Tönis nach Kempen in einen Neubau zwischen Industriering Ost und B 509 gezogen ist. Passenderweise gibt es an diesem Wochenende die 30. Ausgabe der Rhein-Back-Schau. „Dieses Jubiläum wollten wir dann auch am neuen Standort begehen“, so Michael van Haag, einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Deshalb habe es in der Vergangenheit in St. Tönis keine Schau mehr gegeben. Die Messe sei eine gute Gelegenheit, den Kunden und Partnern aus der Branche die neue Produktionsstätte zu zeigen.

120 Aussteller sind an
der Erkeshütte 1 vertreten

Die Schau, die von Samstag bis Montag stattfindet, ist ausschließlich fürs Fachpublikum gedacht. Etwa 120 Aussteller präsentieren, welche Neuigkeiten die Bäckerei-, Konditor- und Eishersteller-Branche zu bieten hat. Von der besten und neuesten Kaffeemaschine bis zum geeigneten Reinigungsmittel für das Gewerbe ist alles vertreten. Die Ausstellung, die nach Hefe van Haags Eigenmarke Rhein-Back benannt ist, sei ein Treffpunkt der ganzen Branche. „Der Andrang war in diesem Jahr besonders groß. Wir mussten 15 Ausstellern absagen“, so Michael van Haag.

Wer vor den riesigen Hallen in Nachbarschaft zur Absatzzentrale (AZ) steht, ahnt nicht, was es drinnen alles so gibt. Zwar ist die Hefe für den Hefe-Hersteller immer noch das Kerngeschäft. Aber inzwischen vertreibt das Familienunternehmen 12 000 verschiedene Artikel für die Branche: von A wie Aprikosenmarmelade bis Z wie Zimtstange. Dabei setzt Hefe van Haag auf eine Art Rund-um-Service für seine Kunden. „Wer bei uns für seinen Betrieb eine Kaffeemaschine oder eine Maschine zur Eisherstellung kauft, bekommt auch Wartung und Reparaturservice“, so Klaus von Haag, Onkel von Michael und ebenfalls Gesellschafter.

Apropos Eisherstellung: Auch dafür hat Hefe van Haag alles im Angebot. „Das ist ein Feld, das sehr gewachsen ist. Ein Feld, auf dem ich viel gelernt habe“, sagt Michael van Haag. „Mit den Zutaten für unsere Kunden tragen wir enorm zur Qualität bei. Nuancen bringen einen schon weiter.“ In Sachen Eis war übrigens auch Bürgermeister Volker Rübo beim Termin vor Ort bestens informiert. „Wenn ich in Kleve ein Eis esse, weiß ich, dass die Zutaten aus Kempen kommen. Das ist für mich ideal“, so Rübo, der in Kleve geboren ist.

Kunden in NRW, Hessen
und in den Benelux-Ländern

Die Kunden aus den Bereichen Bäckerei, Konditorei Einzelhandel und Gastronomie kommen nach Angaben der Firma aus NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und den Benelux-Ländern; zum Teil auch aus Frankreich. Dabei befindet sich van Haag nach eigenen Angaben auf Wachstumskurs. Seit dem Start in Kempen vor einem Jahr seien bereits 30 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden. Am Hauptsitz in Kempen arbeiten 190 Menschen. Weitere 110 verteilen sich auf die Standorte in Köln und Neuwied (Rheinland-Pfalz). Auf dem Gelände an der Erkeshütte 1 steht Hefe van Haag auch noch eine Erweiterungsmöglichkeit zur Verfügung.

„Der Platz war der Grund für Kempen“, so Klaus van Haag. Nach mehr als 100 Jahren in St. Tönis sei der Wechsel nicht leicht gefallen. „Aber in St. Tönis gab es keine Flächen für uns.“ In Kempen sei es dann eine sehr unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Verwaltung gewesen. Von der ersten Anfrage 2015 bis zum Umzug 2018 sei man gut begleitet worden. „Herr Bürgermeister Rübo, dafür möchte ich Ihnen und den Mitarbeitern in der Verwaltung ausdrücklich danken.“

14 Millionen Euro hat Hefe van Haag am neuen Standort in Kempen investiert. In diesem Zusammenhang sagte Landrat Andreas Coenen beim Pressetermin am Donnerstag, wie wichtig es sei, „dass so ein Unternehmen im Kreis Viersen geblieben ist“. „Für unseren Kreis sind familiengeführte Unternehmen wie Hefe van Haag ein unschätzbarer Wert“, so der Landrat.

hefe-van-haag.de

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