Kempen: Gutachter soll Kunstrasenplatz für „An Eulen“ untersuchen

Sportausschuss Kempen : Es bleibt nur noch Plan B: Kunstrasen für „An Eulen“?

Ein Gutachter soll den Ascheplatz unter die Lupe nehmen. Sondersitzung des Ausschusses geplant.

Bereits in einem Vorgespräch hinter verschlossenen Türen vor dem eigentlichen Sitzungsbeginn betonten die Sprecher der Fraktionen im Kempener Sportausschuss am Donnerstagabend, dass sie sich weiterhin für einen zügigen Bau eines Kunstrasenplatzes für die Fußballer in St. Hubert einsetzen. Diese Einmütigkeit zeigten die Politiker dann auch in der öffentlichen Sitzung. Dort wurde beschlossen, einen externen Gutachter mit einer Untersuchung zu beauftragen. Er soll prüfen, ob auf dem bestehenden Aschenplatz „An Eulen“ im Ortskern ein Kunstrasenplatz angelegt werden kann.

Dies hatte die Stadtverwaltung bislang ausgeschlossen. Das Problem: Der Platz, der von den Fußballern der beiden Vereine TuS und FC St. Hubert für Training und Spielbetrieb genutzt wird, liegt mitten in der Wohnbebauung. Fraglich war bislang, ob wegen der Lärmschutzgesetzgebung eine Umwandlung des Aschen- in einen Kunstrasenplatz einer möglichen Klage von Anwohnern standhalten würde. Die Rechtslage hat sich zwar 2017 geändert, aber die Stadt braucht bei dem Vorhaben Rechtssicherheit. Und die soll nun ein externer Fachmann möglichst schnell liefern.

Wie berichtet sind die Träume vom Bau einer neuen Sportanlage im südöstlichen Außenbereich von St. Hubert an der Ecke Kempener Landstraße/Tönisberger Straße zerplatzt, nachdem die Bezirksregierung dies Ende März als nicht genehmigungsfähig abgelehnt hat.

Politik will Bau einer Sportanlage nicht zu den Akten legen

Im Kempener Rathaus war man bis dahin davon ausgegangen, dass eine solche Sportanlage durchaus in die Regionalplanung passe. Die strikt ablehnende Haltung der Bezirksregierung kam für die Stadt daher überraschend.

Eine Alternative näher am Ortskern, etwa im Bereich Bellstraße, scheitert daran, dass die Stadt dort keine Flächen besitzt und ein Eigentümer schon signalisiert hat, nicht verkaufen zu wollen.

Bleibt also derzeit nur Plan B und die Hoffnung auf einen Kunstrasen auf dem Sportgelände „An Eulen“. Der Gutachter soll in den nächsten Tagen beauftragt werden, ein Büro hat die Stadt nach Angaben von Sportdezernent Michael Klee schon an der Hand. Der Ausschuss verständigte sich darauf, eine Sondersitzung nach den Sommerferien in den Sitzungskalender einzuschieben und dort über das dann hoffentlich vorliegende Gutachten zu beraten.

Klar ist allerdings auch, dass die Politik den Plan einer komplett neuen Sportanlage in St. Hubert, die nicht nur den Fußballern, sondern auch anderen Sportarten und vor allem dem Breitensport dienen soll, nicht völlig zu den Akten legen will. rei

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