Kempen: Grüne Engel mit Herz

Kempen: Grüne Engel mit Herz

Eine Gruppe Messdiener hat alte Tannenbäume abgeholt. Der Spenden-Erlös fließt in die Jugendarbeit sowie in ein Afrika-Projekt.

Kempen. Das Ende eines Tannenbaumes ist alles andere als festlich. In kleine Stücke geschreddert und als Kälteschutz auf Beeten verteilt - da erinnert nur noch der Geruch ans vergangene Jahr. "Das machen wir immer so", sagt Thomas Birmes vom Birmeshof an der Vorster Straße, wo in jedem Jahr die Tannenbaum-Aktion der Kempener St. Josef-Messdiener endet.

Rückblende. Samstagmorgen, kurz nach 9 Uhr. Rund 20 Helfer, allesamt Messdiener, stehen für die diesjährige Baumabhol-Offensive am Eibenweg an der Kamperlingser Kirche bereit. "Wir warten auf die Trecker", sagt Bernd Heyer (25), der die Aktion koordiniert.

Wenige Minuten später brummt und knattert es, Landwirt Johannes Platen kommt mit seinem Trecker samt Anhänger um die Ecke gebogen. "Da fahren wir mit und sammeln die ausgedienten Weihnachtsbäume ein. Pro Baum erbitten wir eine Spende von mindestens drei Euro", erklärt Bernd Heyer die Initiative, die seit mehr als 15 Jahren existiert.

Der Erlös ist für den guten Zweck bestimmt: In diesem Jahr fließt das Geld zu gleichen Teilen in die Arbeit der Messdiener und in ein AidsWaisenhaus in Namibia. Mittlerweile sind auch Josef Küppers und Johannes Beek mit ihren Treckern angerückt- es kann losgehen.

Die 16- bis 25-jährigen Messdiener teilen sich auf, die einen fahren ins Hagelkreuz-Viertel, die anderen in die Innenstadt. Für Bernd Heyer, Christoph Nienhaus und Benjamin Steffens geht es ins Blumenviertel, Bereich Lilienstraße.

Die meisten Leute, die ihren Baum auf diese Weise loswerden und was Gutes tun möchten, haben sich vorab bei der Pfarre angemeldet. "Wir haben 193 Anmeldungen", weiß Bernd Heyer.

Derweil steht Kollege Benjamin Steffens bereits vor der ersten Haustür: "Moment bitte noch", ruft Bernd Janssen nach außen, bevor er öffnet. Dann fährt seine Frau noch schnell das Auto aus der Garage, damit der Baum problemlos abgeholt werden kann.

"Wir fühlen uns der Gemeinde St. Josef sehr verbunden", erklärt Janssen, warum er die Aktion unterstützt. Wie die meisten anderen gibt er nicht nur drei, sondern mindestens fünf Euro in die Kasse. Benjamin Steffens bedankt sich, schaut auf die Liste und steuert das nächste Haus an.

"Der gute Zweck" ist Stephanie Wittmann wichtig. Sie spendet gerne, weil sie weiß, wo das Geld hinfließt. Für das Abhol-Trio ist es ein weiterer Geldschein auf ihrer Tour, eine weitere Bestätigung dafür, dass, wenn man sich für die Gemeinschaft einsetzt, auch etwas zurückkommt.

Beeindruckend: Trotz klirrender Kälte und schneidenden Windes ziehen die Messdiener ihre Aktion bis 14.30 Uhr konsequent durch.

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