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Kempen, Grefrath und Nachbarn wollen Leader-Region werden

Bewerbung als Leader-Region : Kempen hofft auf EU-Fördermittel

Kommunen, die sich zur Leader-Region zusammenschließen, erhalten bis zu drei Millionen Euro.

(biro) Die Stadt Kempen will gemeinsam mit Grefrath, Kerken, Wachtendonk, Issum und Rheurdt eine Leader-Region bilden. „Leader“ ist die Abkürzung für „Liaison entre actions de développement de l‘économie rurale“ (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raumes). Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm, mit dem die EU seit 1991 Aktionen für den ländlichen Raum unterstützt.

Das Programm soll beispielsweise helfen, den ländlichen Raum als Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum zu stärken, die Region attraktiver zu machen und als lebenswert zu erhalten, das Natur- und Kulturerbe zu sichern. Die letzte Förderperiode umfasste die Jahre 2014 bis 2020, für die neue Förderperiode von 2023 bis 2027 können sich nun erneut Kommunen gemeinsam bewerben. Die Teilnahme lohnt sich für die beteiligten Kommunen: Leader-Regionen werden über fünf Jahre mit insgesamt zwei bis drei Millionen Euro gefördert.

Voraussetzung für die Bewerbung als Leader-Region ist eine regionale Entwicklungsstrategie – ein Konzept dazu, wie sich die Region entwickeln will. Dieses Konzert soll mit einem Fachbüro erarbeitet werden. Für die Entwicklung der Region ist ist die Vernetzung wichtig: So könnte mit Hilfe von Leader etwa ein Angebot für Senioren oder Familien entwickelt werden, das eine Kommune allein nicht stemmen könnte.

Für die Ratssitzung am heutigen Donnerstag, 7. Oktober, steht die Teilnahme Kempens an einer Leader-Region mit den genannten Kommunen nun auf der Tagesordnung. Die Verwaltung schlägt dem Rat vor, die gemeinsame Teilnahme mit Grefrath, Kerken, Wachtendonk, Issum und Rheurdt an Leader mitzutragen und dafür die notwendigen Mittel in den Haushalt 2022 und die Folgejahre einzustellen, denn ganz ohne Eigenbeteiligung funktioniert das Förderprogramm nicht. Für die Förderphase von 2023 bis 2027 rechnet die Stadt jährlich rund 12 000 Euro ein, damit insgesamt 60 000 Euro für fünf Jahre. Hinzu kommt der Kempener Anteil für die Erstellung des Konzepts, der in diesem Jahr bei rund 3 700 Euro liegt und aus dem laufenden Haushalt bezahlt wird.

Aktuell gibt es in Nordrhein-Westfalen 28 Leader-Regionen, darunter die Region „Leistende Landschaft“ (Leila), zu der sich die Kommunen Geldern, Kevelaer, Nettetal und Straelen zusammengefunden haben, oder die Region „Niederrhein: Natürlich lebendig!“, zu der sich Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten zusammengeschlossen haben.

„Leader“ biete die Möglichkeit, „sehr passgenau mit Projekten auf teils kleinräumliche Herausforderungen zu reagieren“, führt Kempens Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos) in der Vorlage zur Ratssitzung aus. Wo es in den Projekten hingehen könnte, steht auch schon fest: Kempen, Grefrath, Kerken, Wachtendonk, Issum und Rheurdt wollen sich dem Schwerpunkt „Mobilität im ländlichen Raum“ widmen.

(biro)