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Kempen: Geschichte - Das Gedächtnis der Stadt

Kempen: Geschichte - Das Gedächtnis der Stadt

Sieben Kempener haben auf Vermittlung der Freiwilligenagentur ein Archiv mit zirka 24000 Bildern angelegt.

Kempen. Mehr als 20000 Fotos und 4000 Dias - das ist die Bilanz von drei Jahren Arbeit, die eine siebenköpfige Gruppe geleistet hat. Auf Vermittlung der Freiwilligenagentur haben sieben Kempener das Fotoarchiv der Stadt auf Vordermann gebracht.

Bilder von Straßen, Häusern und Veranstaltungen aus den vergangenen 100 Jahren wurden sorgfältig archiviert und beschriftet. Das Ergebnis ist das Gedächtnis der Stadt Kempen.

"Nur mit einer vollständigen Beschriftung hat dieses Archiv einen Wert für die Nachwelt", sagt der frühere Bürgermeister Karl-Heinz Hermans, einer der Kräfte der Gruppe. Er habe sich vor allem um das "Erkennen von Personen" verdient gemacht.

"Wenn auf den Bildern ein Mensch zu sehen ist, haben wir versucht herauszufinden, wer das ist", sagt Hermans. Auch die Namen sind dann archiviert worden.

Jeden Donnerstag hat sich das Team - bestehend aus Hermans, Josef Angenheister, Edith Heyer, Josef Lamozik, Gustaaf Gijsemans und Wilhelm Spee - im Keller des Rathauses getroffen.

"Das war eine ganze Menge Arbeit", gibt Stadtsprecher Christoph Dellmans zu. "Das Archiv war vorher in keinem guten Zustand." Die Bilder hätten lediglich in Kartons gelagert, "völlig unsortiert". "Dafür gebührt der Gruppe ein großer Dank", sagt Bürgermeister Volker Rübo.

"Es hat uns großen Spaß gemacht. Bei vielen Bildern kommen Erinnerungen hoch und jedem fällt eine Geschichte ein", sagt Josef Lamozik. Besonders Karl-Heinz Hermans kann zahlreiche Anekdoten erzählen. Zum Beispiel die vom St.Martin, dem mal das Schwert geklaut worden ist.

Die Arbeit der Gruppe ist aber noch lange nicht zu Ende. "Wir sind jetzt dabei, alles zu digitalisieren", erklärt Josef Lamozik. "Das bedeutet, dass alle Bilder eingescannt werden. So haben wir ein doppeltes Archiv - auf Papier und im Computer."

Das erleichtert vor allem die Suche, erklärt Lamozik, während er den Namen Volker Rübo in den Rechner eingibt. "530 Treffer, Herr Rübo." Der nickt zustimmend und lacht: "Das ist doch gar nicht so schlecht."

Die mühevolle Arbeit der Archiv-Gruppe ist übrigens nicht nur für den Keller gewesen. "Im Januar wird es im Foyer des Rathauses eine Ausstellung geben", sagt Lamozik.

Die Idee sei, Kempen vor und nach der Altstadtsanierung (1963 bis 1982) zu zeigen. "Die Menschen werden ein ganz anderes Stadtbild sehen. Das ist faszinierend", ergänzt Hermans.