Kempen: Frischer Wind beim Windkraft-Riesen

Kempen: Frischer Wind beim Windkraft-Riesen

Zukunft: Zum ersten Mal seit 15 Jahren bildet die Firma Woodward SEG wieder aus. Das Unternehmen braucht dringend Fachkräfte.

Kempen. Nach 15 Jahren bildet die Firma SEG Woodward in ihrer Firmenzentrale am Krefelder Weg 47 erstmals wieder aus. Katrin Bode (20), André Schrörs (23), René Steffens (20) und Matthias Pütz (19) haben sich unter über 250 Bewerbern um einen Ausbildungsplatz bei SEG Woodward beworben und sind genommen worden. Bei der Firma, die 1969 von Werner Schmitz in Kempen gegründet wurde und heute mit zu den Weltmarktführern beim Bau von Schalt- und Steuerungsanlagen für Windkrafträder gehört.

Sie werden am Krefelder Weg zu Elektronikern für Betriebstechnik und zu Industriekaufleuten ausgebildet. "Es ist das erste Mal, dass SEG Kaufleute ausbildet", sagt Personalleiter und Jurist Thomas Wojciechowski. Das Unternehmen befinde sich auf Expansionskurs. "Wir wachsen momentan prozentual zwar nicht mehr zweistellig, aber wir wachsen. Denn SEG ist unabhängig von der Automobilindustrie und daher von der Krise kaum betroffen." Das Hauptgeschäft macht SEG mit dem wachsenden Windkraft-Markt. Daher sei der Bedarf an gut ausgebildetem Fachkräften in den nächsten Jahren enorm.

Zwar baut Woodward SEG gerade in den USA und in China eigene Werke auf, aber nur, um für den dortigen Markt zu produzieren. "Wir importieren nichts nach Deutschland. Im Gegenteil, momentan ist es umgekehrt", sagt der Personal-Chef. Und auch, wenn die Werke auf Volllast produzieren, werde die Entwicklung, "das Zentrum für die Ingenieurleistungen", in Kempen bleiben. "Wir mussten aber expandieren, da wir hier am Standort keinen Platz mehr haben, um alle Schaltkästen zusammenzubauen", sagt er. Inzwischen hat man schon eine Lagerhalle der Firma Rockwell angemietet.

Nach den Einführungstagen kommt auf die neuen Azubis ein Englisch-Intensivkurs zu. Denn Fachliches wird bei SEG auf Englisch besprochen.