Klima- und Artenschutz Fraktion ÖDP/Linke schlägt Miniwälder für Kempen vor

Kempen · In Tönisvorst wurde im November der erste Miniwald nach der Miyawaki-Methode gepflanzt. Miniwälder dieser Art fordert die Fraktion ÖDP/Linke im Stadtrat nun auch für Kempen.

In Kempen sollen künftig Miniwälder entstehen.

In Kempen sollen künftig Miniwälder entstehen.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

(biro) In Tönisvorst ist im November der erste Miniwald nach der Miyawaki-Methode gepflanzt worden. Sie geht auf den japanischen Pflanzensoziologen Akira Miyawaki (1928-2021) zurück. Dabei werden Pflanzen auf kleinem Raum dicht an dicht gesetzt – so soll eine Konkurrenz um das Licht entstehen, die Bäume sollen entsprechend schneller wachsen. In Tönisvorst ergriffen die Grünen die Initiative, riefen Bürger dazu auf, Flächen zu melden, auf denen sich solche Miniwälder anlegen ließen. In Kempen will nun die Fraktion ÖDP/Linke im Stadtrat Miniwälder nach der Miyawaki-Methode pflanzen. Den entsprechenden Antrag dazu hat die Fraktion formuliert, sie möchte das Thema in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz des Kempener Stadtrats besprechen. Danach möge die Stadtverwaltung prüfen, ob in Kempen in absehbarer Zeit Flächen für Miniwälder oder „Tiny Forests“ zur Verfügung gestellt werden können.

In ihrer Begründung verweist die Fraktion ÖDP/Linke auf den Nutzen, den ein Miniwald aus vielen heimischen Baum- und Pflanzenarten mit sich bringt. „Die Idee ist es, in kurzer Zeit einen stabilen Wald zu schaffen, der viele ökologische Vorteile bietet“, schreibt Fraktionsvorsitzender Jeyaratnam Caniceus in seiner Begründung des Antrags: „Dieses Konzept wurde in verschiedenen Ländern, darunter Japan, erfolgreich umgesetzt, um städtische Grünflächen zu revitalisieren und die Umweltqualität zu steigern.“ Die Miniwälder seien gut für Klima und Artenvielfalt, verbesserten die Luftqualität, könnten städtische „Wärmeinseln“ verhindern und auch für Umweltfragen sensibilisieren, weil sich Gemeinschaften dort aktiv am Naturschutz beteiligen könnten. Auch in künftigen Baugebieten könnte die Anlage von Miniwäldern an geeigneten Stellen nützlich sein, so Caniceus.

In Tönisvorst hatten die Grünen für das Projekt Privatflächen gesucht, es gemeinsam mit dem Verein Citizens Forests geplant und über Crowdfunding finanziert; Freiwillige setzten die Pflanzen ein.

(biro)
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