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Kempen: Ferienspaß corona-bedingt dezentral

Ferienbetreuung ging zu Ende : Ferien mit Abstand – und viel Spaß

Die Ferienbetreuung der Stadt Kempen für Kinder lief in diesem Sommer wegen Corona anders als gewohnt ab. Statt einer zentralen Aktion im Sportpark Berliner Allee wurde dezentral betreut.

Schwarze und weiße Farben bestimmen den Arbeitstisch bei Tobi, Kiran sowie den beiden Betreuern Elvira und Steward. Die vier sind mit dem Bemalen von Bierdeckeln beschäftigt. „Das ergibt nachher das Schachbrett“, erklärte Tobi. Am Nebentisch waren Emma, Martin und die Betreuer Laura und Isabelle mit der Gestaltung der dazu passenden Schachfiguren beschäftigt. Die entstanden aus Papprollen, die farbig angemalt wurden. „Der König wurde rot, die Königin pink, die Springer gelb, die Türme grün, die Läufer blau und die Bauer orange“, erzählte Emma, die gerade einen Bauern herstellte.

Eigentlich war alles wie immer und doch ganz anders. Die Kinderbetreuung der Stadt Kempen in den Sommerferien, der „Kempener Ferienspaß“, fand diesmal corona-bedingt in geänderter Form statt. Das Motto der Aktion: „Unser Planet Erde“.

Normalerweise verwandelt sich das Gelände des Sportzentrums an der Berliner Allee während der sechs Ferienwochen in eine einzige große Spiel-, Sport- und Spaßlocation mit weit mehr als 100 Kindern, die täglich dort betreut werden. Doch die Corona-Pandemie machte dem Vorhaben des Jugendamtes, die beliebte Aktion auch in diesem Sommer wieder in bewährter Form zu organisieren, einen Strich durch die Rechnung.

„Wir wollten aber auf alle Fälle eine verbindliche Betreuung anbieten, denn es besteht ein entsprechender Betreuungsbedarf. Weil Plan A nicht ging, haben wir Plan B entwickelt“, sagte Jasmin Vogeler, Abteilungsleiterin beim Jugendamt. Die Stadtverwaltung setzte diesmal auf Dezentralisierung. Für die Betreuung der Kinder wurden die Räume der Offenen Ganztagsschule (OGS) in der Grundschule in St. Hubert und in der Regenbogenschule in Kempen hergerichtet. Während die Regenbogenschule über die gesamten sechs Wochen genutzt wurde, fand die Aktion in der St. Huberter Grundschule nur in den ersten drei Ferienwochen statt. Dies war den Anmeldezahlen geschuldet und der Tatsache, dass in den ersten drei Wochen viel mehr Kinder aus St. Hubert und Tönisberg angemeldet waren als in den letzten drei ­Ferienwochen.

Ein Pendelbus, der die Kinder in den vergangenen Jahren üblicherweise aus den Ortsteilen zum Sportpark Berliner Allee in Kempen brachte, war diesmal nicht im Einsatz. Auch auf die beliebten Ausflüge zu Freizeitparks am Niederrhein wurde von den Organisatoren im Jugendamt corona-bedingt diesmal verzichtet. „Wir haben dafür andere Angebote gemacht. So waren wir auf dem Wochenmarkt einkaufen und haben gemeinsam gekocht“, berichtete Jugendpfleger David Pannasch. Es gab Verkehrserziehung mit der Polizei, und die Jugendeinrichtungen Calimero in St. Hubert und Campus in Kempen öffneten dienstags und donnerstags ihre Türen für die Gruppen. Maximal zehn Kinder waren dabei in einer Gruppe, betreut von jeweils zwei Bezugspersonen. Das wiederum bedeutete für das Jugendamt, mehr Vollzeitbetreuer als üblich zu finden. „Es war planerisch eine große Herausforderung“, sagte Jugendamtsleiterin Andrea Terschüren.

Was das ganze Team freut, war die gute Resonanz bei Kindern und Eltern. „Es gab viel Lob von den Eltern für die wohnortnahe Betreuung und die kleinen Gruppen“, berichtete Schulsozialarbeiterin Michaela Haffmans. Gerade die kleinen Gruppen ermöglichten es, individueller auf die Kinder eingehen zu können. „Wir werden das Konzept des Ferienspaßes generell überdenken. Die positiven Erfahrungen, die wir mit der geänderten Form gesammelt haben, werden in die neue Konzeption für 2021 einfließen. Bestimmte Segmente werden wir übernehmen“, sagte der zuständige Erste Beigeordnete der Stadt Kempen, Bennet Gielen.

Währenddessen hatte der Caterer das Mittagsessen für Kinder und  Betreuer angeliefert. Eine eigens dafür abgestellte Hauswirtschaftskraft verteilte das Essen auf die einzelnen Gruppen. Ein gemeinschaftliches Essen war in diesem Jahr nicht möglich. Jede Gruppe aß für sich, um eine Durchmischung der Gruppen zu verhindern. Nach dem Mittagsessen ging es in den Gruppen weiter. Freispiel und eine zweite Angebotsrunde waren angesagt. Die einen bastelten mit Bügelperlen, andere bauten mit Legosteinen. Betreuerin Steffi stellte Luftballontiere nach Wunsch her, und diverse neue Bastelarbeiten wanderten in den Planetenraum, in dem sich schon die Erde drehte und Raumschiffe durch die Lüfte flitzten.