Kempen: Erster Spargel ist gestochen

Mindestens drei Euro kostet das begehrte Gemüse in Kempen. Aber die beste Qualität kostet neun Euro je Kilo.

Kempen/Kaldenkirchen. Durch die kalten Temperaturen in den letzten Wochen hat sich die Spargelernte verzögert. Doch langsam ist das erste "weiße Gold" reif und das große Stechen kann beginnen.

"Wir sind zwei Wochen später als gewöhnlich dran, haben aber jetzt angefangen", sagt Willi Bonnacker vom Spargel- und Erdbeerhof Bonnacker in Kaldenkirchen. Auf dem Eschelner Spargelhof der Familie Goetzens ist es am Mittwoch losgegangen. Theo Kölkes wird die ersten Stangen am Wochenende in seinem Voescher Bauernladen verkaufen. Beide Läden haben am Ostersonntag geöffnet.

Später dran sind hingegen Luise und Margarete Gotzen vom Hofcafé Alt-Bruch in Kaldenkirchen. Sie hoffen, nächste Woche mit dem Stechen anfangen zu können. "Das hängt aber vom Wetter ab", sagt Luise Gotzen.

Dass überhaupt schon geerntet werden kann, liegt an den so genannten Minitunneln auf den Feldern und an früh erntereifen Sorten. Bei Bonnacker etwa wird zur Zeit die Sorte Gijnlim gestochen: "Auf die anderen Felder können wir erst in zwei Wochen."

Noch später kommt der grüne Spargel, der bei Goetzens und Bonnacker angeboten wird. Erst in drei bis vier Wochen ist der reif zum Stechen. Gotzen und Kölkes verzichten auf den späten, grünen Spargel. "Wir verkaufen nur den Weißen und fahren damit sehr gut", sagt Theo Kölkes.

Doch egal ob grün oder weiß, der Spargel muss geschält werden. Das lassen immer mehr Kunden schon im Geschäft machen. "Früher wollten ungefähr 40 Prozent ihren Spargel geschält haben und 60 Prozent haben das selbst erledigt, heute hat sich das Verhältnis umgekehrt", sagt Theo Kölkes. Auch Willi Bonnacker sieht diesen Trend: "Es wird immer mehr geschälte Ware verkauft." Die meisten Läden bieten diesen Service an. Lediglich im Hofcafé von Gotzen wird der Spargel ungeschält verkauft.

Während das Schälen von einer Maschine übernommen wird, muss auf dem Feld noch von Hand gestochen werden. Dazu kommen Saisonarbeiter aus Osteuropa, die in den letzten Jahren aber immer schwieriger zu finden waren. Bei Goetzens arbeiten Polen und Rumänen. Auf den Feldern von Kölkes, Gotzen und Bonnacker stehen hauptsächlich Polen. "Zur Zeit haben wir 20 Hilfsarbeiter. Ab Mitte April werden wir 120 haben", sagt Willi Bonnacker.

Momentan beginnen die Spargelpreise auf dem Spargelhof Goetzens bei drei Euro pro Kilo. Der beste heimische Spargel kostete am Mittwoch neun Euro. "Es handelt dabei aber immer um Tagespreise", sagt Anni Goetzens. Der fällt jedes Jahr, wenn bei warmen Wetter viel geerntet wird.

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