Kempen: Ein Netzwerk für Kultur

Vom Büro in der Burg aus steuert der Kulturraum Niederrhein seine Arbeit.

Kempen. Im Gespräch mit Ingrid Misterek-Plagge wird schnell deutlich: Diese Frau fühlt sich in Kempen wohl. "Für meine Arbeit ist Kempen der ideale Ort. In dieser Stadt pulsiert das kulturelle Leben", sagt die gebürtige Krefelderin.

Seit Juni lenkt die Geschäftsführerin von der Burg aus die Geschicke des Kulturraums Niederrhein. Der Verein, dem mehr als 30 Städte, Gemeinden, Kreise und Institutionen angehören, fungiert als Dachorganisation für die Kultur in der Region.

"Kempen ist eine kulturelle Modellstadt", sagt Misterek-Plagge. "Das Engagement von Bürgern, Unternehmern und der Stadt sorgt dafür, dass hier Gäste aus der internationalen Spitzenkultur gastieren."

Bei der Bündelung dieses Engagements siedelt sie die Arbeit des Kulturraums an - als Netzwerk. "Dabei geht es darum, Alltags- und Spitzenkultur zu verbinden." Private Institutionen wie zum Beispiel Heimatvereine seien die "Leistungsträger der Kultur".

Ganz wichtig sei Misterek-Plagge und den drei freien Mitarbeitern, die ihr zur Seite stehen, die Zusammenführung des kulturellen Angebots mit der Region: "Wir sind mit dem Niederrhein verwurzelt. Die Kultur muss zur ländlichen Region passen und sich mit den Menschen identifizieren."

Nur so könne man erfolgreiche Programme gestalten, die nicht abgehoben sind. "Was nutzt ein hochwertiger Künstler, wenn keiner zur Ausstellung geht?", fragt die Geschäftsführerin.

Derzeit dreht sich in der zweiten Etage der Burg alles um die Koordination der zweiten Muziek Biennale, die am 28. August beginnt. Dabei werden grenzübergreifend die Regionen Niederrhein, Nord-Limburg und Süd-Gelderland verbunden.

Konzerte und Lesungen von Künstlern aus Deutschland und den Niederlanden widmen sich dem Thema "Legenden". "Die Rhein-Maas-Region steckt voller Mythen und Legenden. Das soll bei der Biennale in Sprache und Musik zum Ausdruck kommen."

Dies- und jenseits der Grenze steuern viele Städte Veranstaltungen zum Programm bei - unter anderem sind Viersen, Geldern, Venlo und Krefeld dabei. Auch Kempen ist mit vier Veranstaltungen vertreten (siehe Kasten: Muziek Biennale).

Mehr von Westdeutsche Zeitung