Karneval : Die Zahlen zu Kempens „Zoch“

Der 26. Rosenmontagszug zieht durch die Altstadt. Die WZ hat die wichtigsten Zahlen dazu zusammengetragen. Kempen – Helau!

Drei Jahre haben die Narren darauf gewartet: Am Montag ist endlich wieder Rosenmontagszug in Kempen. Der Kempener Karnevals-Verein (KKV) stellt das Großevent zum 26. Mal auf die Beine. Der Rosenmontagszug 2020 in Zahlen:

1 – diese Zugnummer gehört nun zum vierten Mal bereits Zugleiter Theo Balters. Bestimmt 100 Telefonate und rund 80 E-Mails mit Anfragen hat der Zugleiter im Vorfeld abgearbeitet. Das Autohaus Rongen hat ihm einen Wagen für die Zugbegleitung zur Verfügung gestellt. Der Fiat 500 ist ein umweltschonendes Hybrid-Modell, wie Balters betont. Auch seine Begleitungen sind mit umweltschonendem Antrieb unterwegs sein. Denn die Damen vom KKV sind als Roller verkleidet.

11 Musikgruppen werden am Start sein. Dabei natürlich viele Bekannte, wie die Kempener Showband oder der Musikverein St. Hubert. Auch eine Samba-Truppe wird dabei sein und einen Hauch brasilianisches Karnevalsflair an den Niederrhein bringen.

60 Jahre alt wird die KG Weiß & Blau Kamperlings in diesem Jahr. Und das hat die Karnevalsgesellschaft um Präsident Günter Vida mit Jubiläums-Empfang, das karnevalistischem Dinner und Sitzung in dieser Session bereits ordentlich gefeiert. Passend zum runden Geburtstag hat die Truppe auch die 60 als Wagennummer erhalten.

77 ist die letzte Nummer des Zuges, denn so viele Gruppen sind dabei. Auf dem letzten Wagen werden Prinz Peter II. und Prinzessin Brigitte I. die Narren mit viel Kamelle versorgen. Insgesamt 32 große Wagen und 27 kleinere Bagagewagen werden dabei sein. Die KG Narrenzunft kommt sogar gleich mit zwei Wagen.

2187 Teilnehmer haben sich angemeldet und werden bunt kostümiert durch die Altstadtstraßen ziehen, davon sind 322 Kinder.

100 Teilnehmer hat die größte Gruppe gemeldet, nämlich vom Therapiezentrum Mario Greuel aus St. Hubert. Auch die Stadt Kempen und die KG Echte Fründe werden mit starken Gruppen vertreten sein.

17 Seiten lang ist die Vorschriftenliste, die die Gruppen erhalten haben. Wer im Zug mitgehen möchte, hat einiges zu beachten. Von der maximalen Größe der Wagen, die nicht breiter als 2,50 Meter, höher als 3,50 Meter und länger als 13 Meter sein dürfen, bis hin zur „Verwendung von Musik“ ist dort alles geregelt. Musik ist stets ein sensibles Thema. Natürlich soll ordentlich gefeiert werden können. Zu laut darf es aber nicht sein. Eine genaue Dezibel-Begrenzung gibt es zwar nicht. Aber „angemessen“ muss die Lautstärke sein. Insgesamt werden 29 Gruppen mit Musik bestückt sein. „Wir haben in einer E-Mail noch einmal an alle appelliert, Rücksicht zu nehmen, sich abzusprechen und dann die Musik etwas leiser zu drehen, wenn die Musikgruppen spielen“, sagt Theo Balters. Auch auf die richtige Musik wurden die Gruppen hingewiesen. So ist nur Karnevals- und Stimmungsmusik erlaubt.

300 Wagenengel sorgen für die Sicherheit. An den großen Wagen sind jeweils sechs Aufpasser vorgeschrieben, an den kleineren Wagen vier.

0 Glasflaschen wollen Zugleiter Theo Balters und die Ordnungskräfte in der Altstadt sehen. Für das Großereignis wurde die Innenstadt wieder zur glasfreien Zone erklärt. Rund um den Altstadtring sind Glascontainer und Mülltonnen verteilt, in denen man die Flaschen entsorgen kann. Vorher habe man immer wieder mit Verletzungen zu tun gehabt, die sich Menschen an zerbrochenen Glasflaschen zugezogen haben. Die Sanitätskräfte vom Deutschen Roten Kreuz freuen sich, dass die Zahl solcher Verletzungen mit dem Glasverbot stark zurückgegangen ist. Entlang des Zugweges sind zudem insgesamt zwölf Toiletten zur freien Benutzung aufgestellt.

12.11 Uhr startet der Rosenmontagszug mit dem Prinzenpaar Peter II. und Brigitte I. Aufstellung der Wagen und Fußgruppen ab 10.30 Uhr auf der Vorster und Oedter Straße. Bekanntlich ist der Zugweg geändert worden, weil nach dem Ende des Ziuges nicht mehr in der Köhlerhalle, sondern im Festzelt an der Otto-Schott-Straße gefeiert wird. Daher setzt sich der Zug am Peterturm in Bewegung und zieht dann über die Peterstraße weiter auf die Rabenstraße, den Donkring, die Enger- und Judenstraße am Festzelt Buttermarktvorbei. Es geht weiter über die Ellenstraße und den Möhlenring in die Wambrechies- und Orsaystraße, die Burg- und Thomasstraße bis zum Bahnhof. Dann führt der Weg über die Kleinbahnstraße. Ende des Zuges ist laut KKV dann gegen 16 Uhr am Festzelt an der Otto-Schott-Straße.

2 Herren werden das bunte Treiben des Rosenmontagszuges wieder auf der Bühne auf dem Buttermarkt kommentieren: WZ-Redaktionsleiter Tobias Klingen und KKV-Präsident Heinz Börsch sind schon ein eingespieltes Team. In diesem Jahr müssen Börsch und Klingen aber hellwach sein – schließlich kommt der Zug von der anderen Seite. Während des Rosenmontagszuges kann übrigens auch im Festzelt auf dem Buttermarkt gefeiert werden – von 10.30 bis 18 Uhr.

2000 Euro und mehr werden bei der Prämierung der schönsten Motivwagen und Fußgruppen unters Narrenvolk gebracht. Diese findet im Festzelt an der Otto-Schott-Straße bei der „After-Zug-Party“ ab 14.30 Uhr statt. Dann sorgt DJ Stephan für Karnevals- und Unterhaltungsmusik.

1914 wurde der Kempener Karnevals-Verein (KKV) gegründet. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog der erste Narrenzug durch Kempen. Prinz Jakob I. (Meiners) führte sein jeckes Volk an. 1934 trat Prinz Johannes I. (Schumacher) an. Ein Jahr später war es Prinz Karl I. (Pielen), dem dann 1939 Prinz August I. (Luyten) folgte. Den Drei-Jahres-Rhythmus beim Rosenmontagszug gab es seinerzeit noch nicht. Der wurde erst 1965 eingeführt, wobei überliefert ist, es habe daran gelegen, dass so viele Beamte in Kempen beheimatet gewesen wären. Ihnen hätte man es nicht zumuten können, jedes Jahr einen Prinzen zu stellen. Prinz Bernhard I. (Messing) war also 1965 der erste Prinz, der eine ordnungsgemäße dreijährige Amtszeit antrat.