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Kempen: Delikates und Kurioses rund um die Gans

Kempen: Delikates und Kurioses rund um die Gans

Zum Gänsefest zog es am Sonntag viele Besucher nach Kempen. Diese erfuhren merkwürdige Geschichten übers Federvieh.

Kempen. Die Gans ist ein vielseitiges wie leckeres Nutztier - so weit, so gut, so bekannt. Aber manche Fakten, die am Sonntag beim ersten Bockdorfer Gänsefest auf Gut Heimendahl präsentiert wurden, sind kurios und haarsträubend.

So geht die Brandgans beispielsweise für die Brutzeit eine Art Wohngemeinschaft mit Füchsen ein. Während des Brutgeschäftes herrscht im Fuchsbau, wo sich die Gans gerne niederlässt, eine Art Burgfrieden. Die braune Höckergans hingegen "singt" regelrecht und schnattert nicht wie die weißen Mastgänse. Und den Altersrekord halten Kanadagänse. Einer dieser gefiederten Senioren wurde stolze 33 Jahre alt.

Kurz vor St.Martin gab es am Sonntag mit dem Bockdorfer Fest eine Einführung in das Gänse-ABC. Zum ersten Mal fand ein Fest im Zeichen dieses für den Niederrhein so typischen Federviehs statt. "Jetzt geht die Gänsezeit wieder los, da wollten wir Kulinarisches, Wissenswertes und Kurioses rund um dieses Tier sammeln", sagt Hannes von Heimendahl vom gleichnamigen Gutshof. Zahlreiche Gäste nutzten das goldene Oktoberwetter für einen Ausflug aufs Land und ließen sich mit allen Sinnen verführen.

Sie sahen nicht nur junge Entenküken (Gänse gehören zur Unterfamilie der Entenvögel), sondern auch vom Aussterben bedrohte Rassen, die der Arche-Hof in mehreren Gehegen präsentierte. Am Stand von Betten Beck tastete und fühlte man sich durch weiche Decken, Kissen und Nackenrollen, gefüllt mit feinster Daune von der kanadischen Wildgans.

Getreu dem Motto "Wie man sich bettet, so liegt man", erfuhren die Ausflügler hier alles Wissenswerte zum Thema Bettwäsche mit Naturmaterialien. Auch Gänse betten ihre Jungen in ein Nest weicher Daunen - der Mensch macht es ihnen nach und schläft bequem.

Zu hören war viel: Neben dem Geschnatter und Gegacker des Federviehs auch Musik von den Floethbachtaler Musikanten. Das geschmackvolle Fest fand seinen Höhepunkt in punkto Riechen und Schmecken. Gänserillettes auf Bauernbrot war eine ähnlich leckere Möglichkeit wie Gänsesuppe mit Thymian und Creme Fraiche oder andere Spezialitäten. In der hauseigenen Schlachterei lautete die Frage: "Brust oder Keule?"

Renate Verhülsdonk aus Krefeld plädierte für Kunst auf Ei und bot Jagd-, Bauernhof- und Waldmotive als Scherenschnitt auf ausgeblasenen Gänseeiern an. Besonders eins freut von Heimendahl sehr: "Von St. Martin bis Weihnachten stehen uns schmackhafte Tage bevor." Die Besucher wissen nun, wo sie den Festbraten ordern werden.