Kempen: Brand einer Gartenlaube ruft besorgte Anwohner auf den Plan

Kempen: Brand im Schrebergarten : 90 Feuerwehrleute löschen brennende Gartenlaube

Die Flammen waren weithin sichtbar. In Kempen brannte ein Gartenhäuschen nieder. Auch Unterstände auf einem Grundstück an der Dinkelbergstraße waren betroffen.

Kempen. Bis nach St. Hubert waren die Flammen zu sehen, die der Brand eines Gartenhäuschens in der Schrebergartenanlage an der Dinkelbergstraße verursacht hat. Der Löschzug Kempen wurde am Sonntag um 22.32 Uhr zu einer brennenden Gartenlaube gerufen. „Als ich bei mir Zuhause aus der Tür kam, konnte ich schon sehen, wo wir in Kempen hinmussten. So hoch schlugen die Flammen“, sagte Wehrsprecher Johannes Dicks am Montag auf WZ-Anfrage. Schnell wurden auch die Löschgruppe Unterweiden sowie die Löschzüge aus St. Hubert und Schmalbroich alarmiert. Insgesamt waren 60 Einsatzkräfte mit neun Fahrzeugen vor Ort.

Von mehreren Seiten versuchten die Feuerwehrleute das Feuer einzudämmen, damit es nicht auf benachbarte Lauben oder Grundstücke übergreifen konnte. Wobei es sich, so Dicks, bei dem Gartenhaus um ein „Ensemble“ gehandelt habe, an das mehrmals angebaut worden sei. „Was alles gebrannt hat, konnte an der Einsatzstelle nicht ermittelt werden. Fest steht jedenfalls, dass wir eine Gasflasche aus der Laube geholt haben“, so Dicks. Verletzt worden sei niemand. Noch vor Mitternacht sei das Feuer unter Kontrolle gewesen. Die Nachlöscharbeiten hätten sich bis 7 Uhr morgens hingezogen. Die Brandursache war auch am gestrigen Montag noch nicht klar. „Wir ermitteln noch“, sagte Polizeisprecherin Antje Heymanns.

„So etwas haben wir schon lange befürchtet“, meinte am Montag ein Anwohner, der sich bei der WZ gemeldet hat. Die Schwarzbauten in dem Schrebergartenviertel und die dort oft rege Party-Feierei bereite Ärger aber auch Sorgen. Bisher sei man bei entsprechenden Beschwerden bei der Stadt Kempen nur auf Schulterzucken gestoßen. „Und jetzt wurden bei dem Brand Dinge beschädigt, die die Straßengemeinschaft auf einem Grundstück abgestellt hat“, sagt der Anwohner. Das Grundstück habe ein Privatmann von der Stadt gepachtet. Bäume, Sträucher, zwei Unterstände sowie ein Bollerwagen seien Opfer der Flammen geworden. „Das Untergestell des Wagens war 100 Jahre alt. Wir haben ihn immer für unsere Karnevalsgruppe benutzt.“

 Das Areal sorgte bereits vor einem Jahr für Diskussionen. Grünen-Ratsherr Michael Rumphorst hatte sich nach den Schwarzbauten, insbesondere in dem Schrebergarten-Viertel, erkundigt. Damals erklärte der Planungsamtsleiter, dass man im Rathaus schlichtweg kein Personal habe, um dagegen vorzugehen.

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