Esel, Hund, Ziege und Huhn Bauernhoftiere zu Besuch in der Kita

Kempen · Zum ersten Mal war ein Tierpädagoge zu Gast im Familienzentrum St.-Peter-Allee in Kempen – mit Esel, Ziege und Hund.

 Von Christoph Klingenhäger erfuhren die Kinder der Kita St.-Peter-Allee Wissenswertes über Tiere. Auf dem Esel eine Runde drehen durften sie auch.

Von Christoph Klingenhäger erfuhren die Kinder der Kita St.-Peter-Allee Wissenswertes über Tiere. Auf dem Esel eine Runde drehen durften sie auch.

Foto: Norbert Prümen

Esel „Pudding“ trottet langsam durchs Törchen aufs Außengelände der Kita St.-Peter-Allee in Kempen. Und wird direkt von den Allerkleinsten der Einrichtung, den Bienchen, freudig empfangen. „Wir machen hier kurz Halt, dann könnt ihr besser gucken“, sagt Lisa Hinrichsen, die Kita-Leiterin, vergnügt. Während die Kinder mit ihren Nasen an den Fenstern „kleben“ und es nicht mehr abwarten können, den Naturpädagogen Christoph Klingenhäger und seine Bauernhoftiere endlich zu begrüßen, kommt dieser mit dem „größten Huhn der Welt“ um die Ecke. Da gibt es kein Halten mehr – und für die Kitakinder und ihre Erzieherinnen und Erzieher beginnt ein ganz besonderer Tag.

Tierpädagoge erinnert
Kinder oftmals an Pettersson

Seit über 20 Jahren ist Christoph Klingenhäger über den Kreis Viersen hinaus dafür bekannt, dass er mit Esel, Ziege und Hund durch die Wälder spaziert und Kitas und Eltern besondere Erlebnisse anbietet. „Mit Corona bekam ich dann Anfragen, ob es nicht in irgendeiner anderen Form möglich wäre, das weiterzuführen“, erklärt der 70-Jährige, der in seiner Latzhose und dem karierten Hemd viele Kinder an Pettersson aus dem gleichnamigen Buch „Pettersson und Findus“ erinnert.

Seit die Idee des mobilen Bauernhofs aufkam, kann er sich vor Anfragen aus Kitas aus dem Kreis Viersen und anderen Städten im Umkreis kaum retten. „Das freut mich natürlich“, erklärt der Tierpädagoge, während er für Hahn „Hugo“ die Dose mit den Trockenwürmern öffnet. „Die Rasse heißt Brahma und zählt zu den Riesenhühnern“, sagt Klingenhäger, und die ersten Kinder trauen sich, Hugo Würmer hinzuhalten. „Wenn Sie den anfangen zu streicheln, legt der sich gleich direkt hin und schläft ein“, ruft er einer Erzieherin zu, die dem Hahn vorsichtig übers Gefieder streicht. Schon wenige Momente später hat Hahn „Hugo“ eine entspannte Sitzposition eingenommen.

Nicht alle Kinder wollen direkt füttern, streicheln und auf den Eseln „Jolly“ oder „Pudding“ reiten. Sie haben Respekt vor den Tieren – und das ist genau der Punkt, warum Christoph Klingenhäger in die Kitas kommt: „Es geht darum, dass sie die Angst ablegen und sich selbst etwas zutrauen“, sagt der Tierkenner. Je länger die Tiere durchs Gelände streifen, das ein oder andere an der Buchenhecke auch mal einen Snack nimmt, löst sich langsam die Anspannung bei den Kindern. In Kleingruppen lernen die Kindergartenkinder die tierischen Besucher kennen, dürfen alle Fragen stellen, die ihnen unter den Nägeln brennen.

Sie dürfen streicheln, kuscheln, füttern. Das Highlight: „Wer möchte denn mal eine Runde auf dem ,Jolly‘ reiten?“, fragt Christoph Klingenhäger. Viele Arme schießen in die Höhe, jeder kommt dran, es ist nur etwas Geduld gefragt. Aus einem Käfig hört man ein leises „Gurren“. „Das sind Tauben“, ruft ein Mädchen begeistert. Auch diese will der Pädagoge im Laufe des Vormittags vorstellen.

Die Aufmerksamkeit zieht gerade ein anderes Tier auf sich: das Serama-Huhn. „Das ist nicht nur das kleinste und leichteste Huhn der Welt, ich verrate euch jetzt etwas ganz Verrücktes“, flüstert der Tierhalter und weiter: „Es stammt vom Dinosaurier ab.“ Die Kinder kichern. Einige bleiben fasziniert bei der Ziege namens „Quieny“ stehen. Die Hörner sind spitz und lang, die Ziege komplett weiß mit langem Ziegenbart natürlich. Auch dieses Bauernhoftier wird genauestens unter die Lupe genommen.

Es geht weiter mit der Fellpflege. Auf den Bürsten verfangen sich die Haare von „Jolly“, „Pudding“ und „Quieny“. Zu schnell verfliegt die Zeit mit den Tieren. Damit alle voll auf ihre Kosten kommen, hat der Förderverein der Kita, der diese Aktion finanziert, den Tierpädagogen und seine Freunde für zwei Tage eingeladen. „Wenn sich vielleicht nicht alle direkt am ersten Tag trauen, haben sie noch den nächsten, dann klappt es sicherlich“, sagt der Naturpädagoge zuversichtlich.

Kaum ausgesprochen, springt Hund „Emily“ hoch und klaut Herrchen eine Möhre. Die Kinder kriegen sich kaum ein vor Lachen. „Hey, du alter Räuber, die sollte für den ,Pudding‘ sein“, ruft Klingenhäger liebevoll seinem Hund hinterher. Es war ein aufregender Tag für die Kinder. Und alle freuen sich, dass sie ihn noch mal wiederholen dürfen.

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