Kempen: Bange Frage nach dem Investor

Kempen: Bange Frage nach dem Investor

Orsay-Center: Das Ex-Kreishaus wird erst abgerissen, wenn die Finanzierung steht.

Kempen. "Was ist, wenn wir keinen Investor fürs Orsay-Center finden?" Michael Rumphorst (Grüne) sprach im Rat ein heißes Eisen an, über das wohl schon jeder in der 39-köpfigen Runde gegrübelt hatte. In Zeiten der Krise nicht selbstverständlich, dass ein Unternehmer 30Millionen Euro für ein Geschäftszentrum neben dem Kloster in die Hand nimmt.

Die Rumphorst-Frage reichte aus, die Schwüle im Raum noch drückender werden zu lassen. Nach einigem Geplänkel brachte es Bürgermeister Karl Hensel auf den Punkt: "Am ehemaligen Kreishaus wird kein Stein abgebrochen, bevor nicht ein Investor da ist." Diese Kausalitätskette war, dem hektischen Fußscharren nach zu urteilen, auch Politikern anderer Couleur nicht bewusst.

Wolfgang Klement (CDU) versuchte, die Kuh vom Eis zu bekommen: "Für den Fall, dass wir keinen Investor finden, hat der neue Rat ausreichend Gelegenheit, sich Gedanken zu machen."

Was Hensel dazu brachte, die Dramaturgie, die ihm vorschwebt, zu konkretisieren: "Ein Abbruch kommt frühestens in zwei Jahren in Betracht. Zuvor müssen wir das Kloster in Ordnung bringen."

Mit anderen Worten: Die Braut (Kloster) wird hübsch gemacht, damit ein Bräutigam (Investor) anbeißt. Dann kann der Hinterhof (Kreishaus) abgerissen werden.

Der einzige, der zu dem Thema keinen Ton sagte, war Dezernent Stephan Kahl. Und der ist zuständig...

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